Paderborn/München. Die Erinnerung an diese Mega-Demo auf der Theresienwiese in München wird Fatemeh Saidi (54) noch lange im Herzen behalten. Wo sonst das Oktoberfest ist, hat sie am Samstag zusammen mit schätzungsweise 250.000 Exil-Iranern und Unterstützern für den Sturz des islamistischen Regimes demonstriert. An ihrer Seite waren ihr Ehemann, Pastor Mehrdad Sepehri Fard, sowie mehr als 200 Paderborner und Bielefelder.
„Es war ein unbeschreibliches Gefühl, so viele Iraner zu sehen, und das außerhalb unserer Heimat“, sagt Fatemeh Saidi. Wie berichtet, hatten mehrere Organisationen zur Demo nach München eingeladen. Auf einen Aufruf auch von Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, sollte München neben Los Angeles und Toronto zu einem der drei weltweiten Anlaufpunkte für die Demonstration gegen das Regime unter Ajatollah Ali Chamenei werden. Zunächst waren 100.000 Menschen erwartet worden. Medienberichten zufolge soll es in München eine Viertelmillion Menschen gewesen sein. Auch aus dem europäischen Ausland sollen Teilnehmer gekommen sein.
Nach Gesprächen bei der Münchner Sicherheitskonferenz sprach der in den USA lebende Reza Pahlavi auf der Theresienwiese. Er gilt als Hoffnungsträger vieler Iraner, vor allem im Exil. Ein Amt strebt er bislang nicht an. Nach dem „Völkermord“ des Regimes wolle er die Übergangszeit nach einer Revolution anführen. „Er sagt, er will den Weg frei machen für die Iraner“, sagt Fatemeh Saidi.
Vor großer Demo in München: Iraner in Paderborn sehnen das Ende des Mullah-Regimes herbei
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Fatemeh Saidi aus Paderborn ist von ihren Gefühlen überwältigt
Von ihren Gefühlen sei sie überwältigt gewesen und habe deshalb geweint. Auch deshalb, weil die Menschen über viele Stunden Kälte und Regen ausgesetzt waren. „Ich hatte auch viel Angst, dass ihm dort etwas passieren könnte“, sagt Fatemeh Saidi über mögliche Attentatsversuche auf Reza Pahlavi.
Zugleich skandierten Tausende immer wieder den Ruf: „Lang lebe der Schah.“ Zudem schwenkten sie Fahnen des Irans – mit dem alten Symbol des Löwen und der Sonne (Shir-o-Chorshid) aus der Zeit vor der Revolution 1979. Auch deutsche, israelische und USA-Fahnen waren zu sehen sowie Fotos getöteter Iraner und Ajatollah-Karikaturen. Ebi, eine Ikone des persischen Pops, sang Songs, erzählt Fatemeh Saidi.
Die Paderbornerin Fatemeh Saidi ist zusammen mit ihrem Ehemann, Pastor Mehrdad Sepehri Fard, sowie weiteren Iranern aus Paderborn und Bielefeld in München gewesen.
| © Fatemeh Saidi
Nach dem Aufbruch am frühen Samstagmorgen kehrte die Gruppe aus Paderborn und Bielefeld nach mehr als 24 Stunden heim. Nur wenige Stunden später war Fatemeh Saidi wieder als Küsterin in der Lukasgemeinde im Einsatz.
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