
RB Leipzig hat in der Fußball-Bundesliga im Kampf um die Königsklasse einen herben Rückschlag erlitten. Immerhin retteten die „Bullen“ gegen einen effektiven VfL Wolfsburg kurz vor Schluss aber noch ein Remis.
Beim 2:2 (0:0) am Karnevals-Sonntag brachte Mohamad Amoura den VfL in Führung (52. Minute), Yan Diomande (70.) sorgte für das 1:1. Die erneute Führung der „Wölfe“ durch Mattias Svanberg (78.) reichte letztlich nicht zum Sieg, weil Brajan Gruda eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit ausglich.
Freude und Ärger auf beiden Seiten
Wolfsburgs Kapitän Maximilian Arnold ärgerte sich anschließend im Sportschau-Interview: „Wenn man so kurz vor Schluss in Führung liegt, muss man das Ding irgendwie über die Ziellinie bringen. Aber wir werden sehen, was der Punkt am Ende für wert ist.“
Leipzigs Gruda war auch nicht zufrieden: „Wir kriegen natürlich unnötige Gegentore, aber wir haben eigentlich keine schlechte Partie gemacht. Ins nächste Spiel müssen wir mitnehmen, dass wir das mit den Gegentoren noch regeln.“
Werner mit der Leistung zufrieden
Sein Coach Ole Werner sah aber auch das Positive: „Von der Leistung her war es ein sehr gutes Spiel von uns, aber wir müssen das Ergebnis schon im ersten Durchgang in unsere Richtung bringen.
Nicht unzufrieden war auch Wolfsburgs Trainer Daniel Bauer: „Es war schön zu sehen, wie fleißig wir waren und wieviel die Jungs investiert haben. Wenn man in der 88. Minute führt, wil man natürlich das Spiel gewinnen, aber in unserer Situation kann auch ein Punkt in Leipzig viel wert sein.“
Dass die Partie zur Pause noch torlos war, war einer herausragenden Leistung von „Wölfe“-Schlussmann Kamil Grabara, der fehlenden Präzision der Leipziger Abschlussaktionen – und auch schlicht den Wolfsburgern zu verdanken. 10:2 Torschüsse verzeichnete RB vor dem Seitenwechsel, auch die Ballbesitz-Verteilung von 60:40 zugunsten der Gastgeber dokumentierte die Kräfteverhältnisse.
Leipzigs Harder beinahe mit Traumtor
In der 19. Minute hätte sich Leipzig bereits die Führung verdient, doch Conrad Harder scheiterte mit einem sehenswerten Fallrückzieher an Grabara. Wolfsburg bekam fast gar keine Entlastung zustande, die Konter wurden miserabel vorgetragen, die Bälle kamen fast bumerangartig wieder zurück zu den gut verteidigenden Leipzigern.
Die einzige halbwegs vielversprechende Aktion der Wolfsburger im gesamten ersten Durchgang hatte Christian Eriksen schon in der Anfangsphase, sein Distanzschuss landete aber auf dem Tornetz. Davor und danach lief das Spiel nur in eine Richtung, doch zweimal Antonio Nusa und auch Brajan Gruda fanden immer wieder in Grabara ihren Meister. Vor allem die Parade des Polen in der 41. Minute, als Gruda völlig frei vor ihm auftauchte und er so gerade noch einen Arm hochriss, hatte Weltklasse-Format.
Aus dem Nichts trifft Wolfsburgs Amoura – dann patzt Grabara
Auch der zweite Durchgang begann ähnlich. Vier Minuten nach Wiederanpfiff kam Yan Diomande aus spitzem Winkel zum Abschluss – wieder mal war aber Grabara zur Stelle. Aus dem absoluten Nichts gingen dann aber die Gäste in Führung. Amoura leitete nach einer Balleroberung im Mittelfeld einen Konter ein und bediente Adim Daghim auf der rechten Außenbahn. Daghim setzte dann wieder Amoura in Szene, der von halbrechts mit perfekter Schusstechnik den linken Winkel anvisierte – RB-Keeper Maarten Vandervoort, der nach einer halben Stunde den verletzten Peter Gulacsi abgelöst hatte, war ohne Chance.
Leipzig blieb aber am Drücker, und 20 Minuten vor dem Ende fand der 14. Torschuss tatsächlich ins Ziel. Ausgerechnet der bis dahin überragende Grabara hatte seine Aktien am Treffer von Diomande, weil er bei einem Befreiungsschlag den Ball nicht richtig traf und Gruda anschoss. Der Ex-Mainzer behielt die Übersicht, bediente Diomande, der aus kurzer Distanz zum Ausgleich einschob.
Wolfsburgs Svanberg behält die Nerven, Leipzigs Gruda gleicht aus
Anschließend wollte Leipzig auch unbedingt die drei Punkte einfahren, ließ dabei die Defensive zu sehr außer acht. Nach einem Ballverlust zeigte der VfL das perfekte Umschaltspiel, über Lovro Majer und Jeanuël Belocian lief die Kugel zu Svanberg, der vor Vandervoort die Nerven behielt und von halblinks ins lange Eck vollstreckte.
Bis kurz vor Schluss sah der VfL wie der Sieger aus, doch eine Unaufmerksamkeit von Maximilian Arnold kostete am Ende zwei Punkte. Der VfL-Kapitän klärte eine Flanke genau vor die Füße von Gruda, der mit einem perfekt getimten Schlenzer den „Bullen“ wenigstens den einen Punkt rettete. In der siebten Minute der Nachspielzeit hatte Romelu tatsächlich noch den Siegtreffer für RB auf dem Fuß, vergab aber aus kurzer Distanz.
Leipzig gegen Dortmund, Wolfsburg gegen Augsburg
Leipzig empfängt am Samstagabend Borussia Dortmund (18.30 Uhr). Wolfsburg empfängt am Samstagnachmittag den FC Augsburg (15.30 Uhr).
