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Es ist der „Clasico“ im deutschen Basketball: die BMA365 Bamberg Baskets (9 Mal Meister) gegen Alba Berlin (11 Mal Meister). Kein Duell gab es in der Geschichte der Easycredit BBL häufiger. Und fast immer war es seit dem ersten Aufeinandertreffen im Jahr 1982 dramatisch.

Das war auch im 131. Anlauf so! Denn Alba reiste nur mit einer halben Mannschaft nach „Freak City“. Neben dem Langzeitverletzten Martin Hermannsson (31/Daumen) fehlten Supertalent Jack Kayil (20/Wadenzerrung), Bennet Hundt (27/Schulter), Malte Delow (24/Oberschenkelzerrung) und Moses Wood (26/Infekt). Um genügend Spieler aufbieten zu können, zogen die Berliner Guy Artman (24/Israel) und Richard Schmitt (18) von Kooperationspartner Lok Bernau hoch. Beide hatten 20 Stunden zuvor noch in der ProB auf dem Parkett gestanden.

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Die Überraschung: (H)Alba siegte trotzdem mit 98:92 (52:57). Und untermauerte mit dem sechsten Sieg in Serie, dass sie wieder die zweite Kraft hinter dem Meister FC Bayern sind.

„Es fühlt sich mega an“, freute sich Norris Agbakoko (26) hinterher bei Dyn. „Vor allem mit unseren ganzen Ausfällen. Es ist schön, dass jeder einen Anteil daran hatte und wir das Ding über die Zielgerade gebracht haben.“ Der 2,18-Meter-Mann machte sechs der letzten acht Punkte der Berliner und sicherte den 83. Clasico-Erfolg. „Nach so einer Kraftleistung als Sieger vom Platz zu gehen, fühlt sich enorm gut an.“

Mit Drittliga-Spielern!: (H)Alba Berlin überrascht im Basketball-Clasico bei den Bamberg Baskets

Erst vor drei Wochen hatten sich die großen „B‘s“ im Hinspiel in Berlin getroffen. Auch da hatte Alba in einer intensiven Partie mit 13 Führungswechseln mit 87:82 die Oberhand behalten. Doch die wiedererstarkten Bamberger gewannen im Anschluss ihrerseits dreimal in Folge. Darum gab Zach Ensminger offen zu: „Das tut extrem weh. In der ersten Halbzeit haben wir Berlin zu viel Selbstvertrauen geschenkt. Die haben 57 Punkte gemacht, zu viele Offensiv-Rebounds geholt. Wenn ein Team bei uns zu Hause fast 60 Punkte macht, dann machen wir auf jeden Fall in der Verteidigung etwas falsch.“

Foto: BILD

Das galt aber auch für die Gäste. Beide Mannschaften brannten in der ersten Hälfte ein Offensiv-Feuerwerk ab und warfen unglaubliche Wurfquoten von draußen. Nach 20 Minuten hatte Bamberg 9/20 Dreier-Versuchen versenkt (45%) – Alba 7/16 (44%). Die Defensive vergaßen beide. Das änderte sich nach der Pause. Erst zogen die Berliner weg und erarbeiteten sich die höchste Führung der Partie (70:56/24.). Dann konterte Bamberg und holte sich vor 5700 lautstarken Fans in ihrer stärksten Phase im dritten Viertel die Führung zurück. Spätestens jetzt war der Clasico wieder ein Krimi.

Richard Balint (23) war mit 19 Punkten Topscorer der Hausherren. Demarcus Demonia (26) gelang mit 13 Zählern und 10 Rebounds ein Double-Double. Bei den Berlinern ging Jonas Mattisseck (26) voran. Der Leitwolf stellte mit 22 Punkten eine neue Karriere-Bestleistung auf. Hinterher lobte das Urgestein aber vor allem die Kollegen: „Unser Einsatz hat mir sehr gefallen, auch dass wir ohne Angst spielen, einfach drauf. Gerade auch unsere jungen Spieler.“

Kurios: Schon nächste Woche könnten sich Bamberg und Berlin im Pokal-Finale in München wiedersehen. Bamberg trifft im „Top Four“ im Halbfinale am Samstag auf Top-Favorit FC Bayern (16 Uhr), Alba darf gegen die EWE Baskets Oldenburg ran (19 Uhr).