Es hätte ein Befreiungsschlag für die Bayer Giants werden können. Stattdessen kassierten die Leverkusener Basketballer bei den Uni Baskets Münster ihre wohl schmerzlichste Niederlage dieser ProA-Saison. Durch das 80:84 verlieren die Farbenstädter nicht nur den direkten Saisonvergleich gegen die Münsteraner, sondern rutschen auch auf den letzten Platz ab.
Dennis Heinzmann bestätigt Formhoch
Mit offenem Visier duellierten sich die Teams im ersten Viertel. Beiden gelang offensiv viel, sodass die Leverkusener 24:23-Führung nahezu bedeutungslos war. Erst danach erarbeiteten sich die Gastgeber Vorteile. Sie trafen wichtige Dreier, während die Giants vor allem unter dem Korb Erfolg hatten. Dennis Heinzmann bestätigte seine starke Form, ging voran und erzielte in der ersten Halbzeit 18 Punkte.
Den Gästen fehlten jedoch erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe. Nur Kobe Langley und Ricardo Lynch waren je einmal erfolgreich. Nachdem Heinzmann auf 37:41 verkürzt hatte, legte Münster nach und ging mit 46:41 in die Pause. Danach gerieten die Giants sogar mit zehn Zählern in Rückstand, sodass Trainer Mike Koch direkt mit einer Auszeit reagierte.
Giants kämpfen sich zurück
Langley nahm nun das Heft in die Hand, verkürzte aus der Distanz und wurde bei seinem nächsten Versuch gefoult – alle drei Freiwürfe saßen. Heinzmann dunkte, Langley eroberte den Ball und stellte auf 54:56. Die Giants waren zurück im Spiel und hatten auch noch Glück. Heinzmann vergab zwar zwei Freiwürfe in Serie, doch der Rebound landete bei Luca Kahl, und Ricardo Lynch glich das Duell aus.
Die Wende gelang den Leverkusenern damit aber nicht. Sie wirkten im Kellerduell wackelig, ließen weitere Freiwürfe liegen, scheiterten bei vermeintlich einfachen Abschlüssen durch Sebastian Brach, Lok Wur sowie Lynch und warfen in brenzligen Situationen auch hin und wieder den Ball weg. Trotzdem blieb das Duell vorerst eng – Heinzmann blieb auf beiden Seiten des Feldes ein Faktor, die Giants verteidigten insgesamt engagiert.
Ein 10:0-Lauf verschaffte Münster einen 73:62-Vorsprung, der zu Beginn des Schlussviertels der höchste der Partie war. Bis auf Heinzmann und Langley fanden sich bei den Leverkusenern keine treffsicheren Spieler, sodass ihnen das Match aus der Hand glitt. Dazu trugen auch etwas läppische Fehler von Williams und Wur bei. Die Nerven schienen nun blank zu liegen.
Aus dem Nichts gelang aber ein 8:2-Lauf, um auf 74:80 zu verkürzen. Eine letzte Chance? Es blieb ein Aufflackern. Die Hausherren antworteten mit einem empfindlichen Dreier zum 83:74. Fünf Minuten vor Schluss blieben dies die letzten Münsteraner Punkte der Partie – mit Ausnahme eines Freiwurfs zwei Sekunden vor dem Ende. Trotzdem reichte es für Münster, da die Giants nach vielen Fehlwürfen zu nervös wirkten, um ernsthaft noch für den Sieg infrage zu kommen – auch ein genialer Distanzwurf von Wur konnte daran nichts ändern.
„Wir haben mitgespielt, aber nicht mit genügend Fokus, Konzentration und Wille gespielt“, urteilte Trainer Koch. „Wir haben durch kleine Fehler Münster immer wieder das Momentum gegeben. Wir hätten uns einfach cleverer anstellen müssen.“
Giants Heinzmann (25), Langley (17), Kahl (12), Wur (8), Lynch (7), Brach (4), Williams (4), Nicholas (3), Urbansky (n.e.), Kremer (n.e.).