„Eigentlich wollte ich hier noch duschen, wenn es fertig ist“, sagt Jonas Wolf und blickt auf das zweistöckige Gebäude direkt am Sportplatz des TSV Steppach. „Du kannst hier sofort als Erster duschen, sobald es fertig ist“, sagt Bernd Remiger. Dieses Gespräch zwischen dem Vereinsvorsitzeden Wolf, der im Vorjahr nach dem dritten Kreuzbandriss seine Fußballkarriere beendet hat, und Remiger, der gemeinsam mit Michele Manieri die Fußballabteilung des TSV Steppach leitet, könnte ein ernstes sein. Es könnte darum gehen, dass das Vereinsheim der Steppacher Fußballer seit Jahren renoviert werden soll, aber immer noch nicht fertig ist. Doch statt Unverständnis und Streitereien herrscht Zufriedenheit und ein Gefühl von Aufbruch beim TSV Steppach. Die Bauarbeiten am Vereinsheim sind weit fortgeschritten, wenn die Ligaspiele im März wieder starten, soll es in Teilen fertig sein. Das wird das Ende einer langen Geschichte sein.
Alles fing an mit dem Mann, dessen Name groß auf einem Schild am Sportheim steht. Peter Mayer spendete vor ungefähr zehn Jahren 100.000 Euro für die Sanierung des Sportheims. Der Hauptverein und die Fußballabteilung wurden sich aber nicht einig. „Zwischen 2017 und 2022 war es schwierig“, sagt Remiger. Es habe immer wieder Verantwortliche im Hauptverein gegeben, die zwar bemüht waren, für die andere Sportarten aber Priorität hatten, zwischendurch war auch ein Neubau im Gespräch.

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Hier entsteht die neue Kabine für die Schiedsrichter
Foto: Andreas Lode
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Hier entsteht die neue Kabine für die Schiedsrichter
Foto: Andreas Lode
Im April 2022 wurde dann beschlossen, das Vereinsheim zu renovieren, aber durch Führungswechsel im Verein verzögerte sich das Vorhaben weiter. „Es war ein langer Leidensweg“, sagt Remiger. Nachdem im Februar 2024 ein erneuter Führungswechsel im Hauptverein anstand, gingen die Bauarbeiten los. Jetzt arbeiten Hauptverein und Fußballabteilung eng zusammen: „Die Fußballabteilung stemmt diesen Umbau, wir als Hauptverein setzen eigentlich nur Unterschriften“, sagt Jonas Wolf. Der 25-Jährige ist seit vergangenem Jahr Vorsitzender des TSV Steppach.
Der TSV Steppach ist weiter auf Spenden angewiesen
Zunächst wurde 2024 das Dach renoviert, jetzt wird gerade das Obergeschoss gestrichen. Dort wurden Räume neu aufgeteilt und Wände gestrichen. Auch der Boden wird noch erneuert. Im oberen Stockwerk entstehen neue Kabinen, im unteren ein Aufenthaltsraum. Die Duschen werden ebenfalls noch erneuert. Im März soll das obere Stockwerk des Vereinsheims mit Wiederaufnahme des Spielbetriebs im März fertig sein. Im Erdgeschoss müssen noch Wände rausgerissen werden.
Leicht ist die Finanzierung trotz der Spende von Peter Mayer nicht, sagen Manieri und Remiger. Insgesamt sind bisher ungefähr 160.000 Euro zusammengekommen, Mayer spendete in der Weihnachtszeit noch einmal 10.000 Euro und auch der Gasthof Fuchs und der Edeka-Markt in Steppach haben sich mit Erlösen von Weihnachtsmarktaktionen beteiligt und am Sportplatz steht eine Sponsorenwand, auf der Geldgeber verewigt sind. „Wir brauchen trotzdem noch weitaus mehr Gelder und sind auf weitere Sponsorengelder angewiesen“, sagt Remiger und Wolf ergänzt: „Die Fußballabteilung finanziert es komplett selbst über die Spenden. Dann bekommen wir die nächsten Zuschüsse und beauftragen wieder Firmen.“
In Steppach packen Vereinsmitglieder selbst an
Einige der Arbeiten haben Mitglieder des Vereins selbst gemacht: „Wir haben gestrichen, Wände rausgerissen, es haben sich ungefähr zehn Spieler, Trainer und Funktionäre beteiligt“, sagt Remiger. Dass dieser Bau nachhaltig ist, da sind sich alle drei sicher. „Wir machen das für den Nachwuchs“, sagt Manieri. Das bestätigen die Zahlen des Vereins: Während es bei vielen Sportvereinen Nachwuchsprobleme gibt, gab es in Steppach auch schon Aufnahmestopps. „Allein in der G-Jugend haben wir sieben Trainer und insgesamt zwölf Jugendtrainer“ Von der G bis zur E-Jugend seien es 80 bis 90 Kinder, sagt Wolf. Ab der D-Jugend spielen die Steppacher in der JFG Schmuttertal. „Auch hier sind es ungefähr 80 Steppacher.“

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Die Umkleiden und Duschen für die Spieler befinden sich jetzt im ersten Stock, über eine Treppe kommt man auf das Spielfeld
Foto: Andreas Lode
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Die Umkleiden und Duschen für die Spieler befinden sich jetzt im ersten Stock, über eine Treppe kommt man auf das Spielfeld
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Auch Fußball-Abteilungsleiter Remiger ist zufrieden: „Der Unterbau ist da und wir sind auch ein bisschen überrascht, dass es bei uns so gut funktioniert.“ Die florierende Jugendarbeit ist auch ein Grund dafür, dass Remiger und Manieri sich in den zurückliegenden schwierigen Jahren weiter engagiert haben: „Meine Kinder spielen hier auch und wir leben vom Gemeinschaftsgefühl, wäre das nicht da, hätten wir innerhalb der vergangenen zehn Jahre aufgehört.“ Wäre das so gekommen, die Zukunft des Sportheims wäre wahrscheinlich ungewiss geblieben.
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