Ausflug ab Braunschweig

Mausefalle im Harz: Dieser Fels trotzt der Schwerkraft

Aktualisiert am 16.02.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Felsformation Mausefalle (Archivbild): Ein Granitfelsen mit Wollsackverwitterung am Huthberg im Harz.Vergrößern des Bildes

Felsformation Mausefalle (Archivbild): Ein Granitfelsen mit Wollsackverwitterung am Huthberg im Harz. (Quelle: Norbert Neetz/imago-images-bilder)

Ein riesiger Granitblock liegt scheinbar nur auf einem schmalen Stein auf – und wirkt, als könne er jeden Moment herabstürzen. Die Mausefalle im Okertal ist eine der Kuriositäten im Harz.

Wer im Harz unterwegs ist, begegnet immer wieder bizarren Felsformationen. Doch die „Mausefalle“ hoch über dem Okertal sticht selbst dort heraus. Die rund fünf Meter hohe Granitklippe liegt am Wanderweg von Romkerhalle zu den Kästeklippen.

Ihr Name leitet sich von dem besonderen Anblick ab: Ein massiver Felsblock ruht auf einem schmalen, schief stehenden Stein, der zudem noch in sich unterteilt ist. Der obere Granitbrocken liegt dabei nur am Rand seines Haltesteins. Wer davorsteht, fragt sich unwillkürlich, warum diese „Falle“ noch nicht zugeschnappt ist.

So fragil die Konstruktion wirkt – sie besteht in ihrer aktuellen Art schon lange. Die Mausefalle ist das Ergebnis der sogenannten Wollsackverwitterung. Dabei wird ursprünglich massives, kantiges Gestein durch Wasser und Säuren zersetzt. Ausgangspunkt sind Risse im Gestein, in die Wasser eindringt und das Gestein allmählich verändert. Nach und nach entstehen abgerundete Blöcke. Wird das verwitterte Material fortgespült, bleiben oft sonderbar angeordnete, kissenartige Felsen zurück, die an Wollsäcke erinnern.

Die Mausefalle lässt sich in eine abwechslungsreiche Wanderung einbauen. Die „Kästeklippen – Mausefalle Runde von Oker“ startet am Bussteig der Oker Kirchenbrücke und führt über rund 14 Kilometer durch das Okertal. Die Strecke dauert etwa viereinhalb Stunden, erfordert gute Kondition und geeignete Ausrüstung.

Unterwegs warten mehrere markante Stationen: die Kästeklippen mit Blick auf die Okertalsperre, die Hexenküche mit ihren markanten Granitfelsen sowie später die Verlobungsinsel in der Oker, die sich als Rastplatz anbietet. Auch das Ausgleichsbecken der Okertalsperre, die Marienwand und die Adlerklippe liegen auf der Route.

Eine alternative Variante führt vom Parkplatz am Romkerhaller Wasserfall in den Wald hinauf, vorbei an der Feigenbaumklippe zur Mausefalle und weiter zu den Kästeklippen. Der künstlich angelegte Romkerhaller Wasserfall gilt als weiteres Highlight der Region.

Der gesamte Harz ist ein beliebtes Ausflugsgebiet für Braunschweiger und Menschen aus der Region. Von der Löwenstadt aus sind es rund 60 Kilometer bis ins Okertal. Die Strecke führt über die A36 und L518. Die Fahrt dauert etwas weniger als eine Stunde.