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Hamburg damals: 1876 erscheint die erste Wetterkarte (4 Min)
Stand: 16.02.2026 11:50 Uhr
Was auf St. Pauli am 16. Februar 1876 geschieht, ist bahnbrechend für die Meteorologie. Die Seewarte erstellt die erste deutsche Wetterkarte überhaupt. Daten zu Strömungen gibt es mithilfe der Flaschenpost.
Vom Deutsche Wetterdienst auf St. Pauli kommen seit 1952 meteorologische Daten für die Schifffahrt. Davor hat die Deutsche Seewarte dafür gesorgt, die Schiffsrouten mit Wetterdaten sicherer zu machen.
Frank Kahl vom Deutscher Wetterdienst (DWD) erläutert die Bedeutung dieser Daten: „Wir profitieren von diesem Wissensschatz, den wir in den Archiven haben. Die Klimaforschung profitiert davon. Wir können belastbare Daten erheben, wir können den Klimawandel sichtbar machen.“
Maritime Zentrale auf St. Pauli

Lange hatte die Seewarte ihren Sitz auf dem Stintfang an den Landungsbrücken.
Die Norddeutsche Seewarte hat Wilhelm von Freeden gegründet. Sie wird 1875 zur Deutschen Seewarte. Georg von Neumayer wird ihr Direktor. Im Zweiten Weltkrieg wird das Gebäude auf dem Stintfang zerstört. Seitdem ist die maritime Zentrale in der Bernhard-Nocht-Straße.
„Beim Deutschen Wetterdienst in Hamburg sind allein 50 bis 70 Mitarbeiter rund um die Uhr ausschließlich damit beschäftigt, die entsprechenden Prognosen zu erstellen: Voraussagen für die Schifffahrt, für den Luftverkehr sowie Vorhersagen im Rahmen des sogenannten Wirtschaftswetterdienstes“, heißt es in einem alten Fernsehbericht.

Hier wurde Pionierarbeit geleistet, die bis heute wirkt – und bei der die Flaschenpost eine entscheidende Rolle spielte.
Daten-Schätze lagern im Archiv

Auf Wladimir Köppen geht die erste deutsche Wetterkarte zurück.
In einem Kellerraum des Deutschen Wetterdienstes lagern noch heute historische, meteorologische Daten-Schätze im Archiv. „Früher wurden die Journale an die Kapitäne ausgegeben und wenn sie zurückkamen nach Hamburg, haben sie die Bücher, die sie mitgeführt haben, hier ins Seewetteramt gegeben. Und die Daten wurden erfasst für die Klimaforschung“, sagt Tina Leiding, Leiterin des maritimen Datenzentrums beim DWD. Die wertvollen Journale der Deutschen Seewarte berührt sie nur mit Handschuhen. „Das ist jetzt der erste tägliche Wetterbericht, der 1876, am 16. Februar, entstanden ist.“ Diese erste deutsche Wetterkarte hat Wladimir Köppen erstellt. Er ist damals Abteilungsvorsteher der Seewarte.
„Ich finde es schon beeindruckend, dass diese Bücher über 100 Jahre bei uns im Archiv sind. Es ist einfach ein Datenschatz, das Klimawissen über den Ozean aus der damaligen Zeit. Das ist schon etwas sehr Besonderes“, sagt Leiding.
Strömungsdaten dank Flaschenpost

Nach dem Krieg siedelte sich die maritime Zentral in der Bernhard-Nocht-Straße am Hafen an.
Auch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) auf St. Pauli geht aus der Deutschen Seewarte hervor. Deren Direktor Georg von Neumayer hat damals eine bahnbrechende Idee: „Tatsächlich haben die Wissenschaftler im 19. Jahrhundert die Flaschenposten genutzt, um Forschung zu betreiben“, erklärt Rainer Fröhlich, Vizepräsident des BSH. Er zeigt auf eine Karte: „Man sieht auf jeder einzelnen Linie, wo die Flasche über Bord geworfen wurde und wo sie dann wieder gefunden wurde. Aus den vielen Daten, die man gesammelt hat, hat man die Routen eingezeichnet.“ Daran sehe man die überwiegenden Strömungen in dem jeweiligen Meeresgebiet sehr gut.
Forschungsschiffe im Einsatz
Im Jahr 1925 brechen Wissenschaftler mit der „Meteor“ im Auftrag der Seewarte auf, um den Südatlantik zu erforschen. Ab Mitte der 1980er-Jahre ist auch die „Atair“ im Einsatz. „Auf der vierwöchigen Fahrt wurden in der Ostsee an 100 Positionen Wasser- und Sedimentproben entnommen. Im Labor werden diese jetzt untersucht“, heißt es etwa in einem alten Fernsehbericht.
Arbeit von Generationen fortsetzen

Auch im NDR setzen sich in den 50er-Jahren Redakteure mit Wetterkarten auseinander.
Beim Deutschen Wetterdienst hütet Tina Leiding weiter die maritimen Daten, die hier seit 1876 gesammelt werden. „Wenn man überlegt, dass Generationen vor uns schon mit diesen ganzen Büchern gearbeitet haben und wir das jetzt weiter fortsetzen können und etwas dazu beitragen, diesen Schatz zu erhalten, das ist eine schöne Aufgabe“, sagt sie.
Die erste deutsche Wetterkarte von Wladimir Köppen – ein Meilenstein in der Geschichte der Wettervorhersagen.

Im Hafenkonzert-Podcast geht es dieses Mal u.a. um Probleme bei der Marine, die Hafenweiterung und die russische Schattenflotte.

Anfangs halfen Segelanweisungen den Kapitänen, ihre Schiffe auf dem richtigen Reiseweg zu halten. Auch heute steht die Sicherheit auf See im Mittelpunkt.

Ab 1875 kümmert sich die Deutsche Seewarte in Hamburg um eine sicherere Schifffahrt. Sie liefert Strömungskarten und Sturmwarnungen.

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