Vor Ukraine-Verhandlungen in Genf
Putins Soldaten sterben im Minutentakt
Aktualisiert am 16.02.2026 – 11:04 UhrLesedauer: 4 Min.
Ein russischer Soldat steht in der Ukraine vor einem Raketenwerfer: Putins brutaler Winterkrieg führt auch in der russischen Armee zu hohen Verlusten. (Quelle: IMAGO/Evgeny Biyatov/imago-images-bilder)
In Genf stehen neue Ukraine-Verhandlungen an. Russland wechselt Delegationsleiter aus. Auf dem Schlachtfeld bremst derweil die Ukraine den russischen Vormarsch.
Nachdem sich am Wochenende führende Vertreter der internationalen Politik bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) zur Ukraine beraten haben, beginnt die neue Woche mit erneuten Verhandlungen über einen möglichen Friedensplan. Die nächste Gesprächsrunde zwischen den USA, Russland und der Ukraine ist für Dienstag und Mittwoch in Genf angesetzt. Nach zwei Runden im Januar, die jeweils in Abu Dhabi stattfanden, rückt ein möglicher Waffenstillstand erneut in den Fokus.
Auf russischer Seite gibt es dabei einen auffälligen Personalwechsel. Die Gespräche in Abu Dhabi wurden vom Chef des russischen Militärgeheimdienstes, Igor Kostjukow, geführt. In Genf soll er nun von Wladimir Medinski abgelöst werden, Putins „Kulturbeauftragtem“ und Propagandaspezialisten. Medinski hatte der Ukraine in früheren Verhandlungen mit einem jahrzehntelangen Krieg gedroht, sollte das Land den russischen Forderungen nicht nachkommen. Dass er bei den jüngsten Gesprächen in Abu Dhabi nicht vertreten war, wurde allgemein als Zeichen gewertet, dass Russland die Verhandlungen ernst nimmt. Warum Medinski nun erneut die russische Delegation anführt, wurde vom Kreml bislang nicht kommentiert.
In der Ukraine geht der Krieg derweil unvermindert weiter. Nachdem russische Truppen in der letzten Januarwoche ein Halbjahreshoch bei ihrem Vormarsch verzeichnet und innerhalb einer Woche rund 141 Quadratkilometer ukrainisches Territorium erobert hatten, konnte die Ukraine den Vorstoß zuletzt bremsen. In der vergangenen Woche beliefen sich die ukrainischen Gebietsverluste auf rund 71 Quadratkilometer.
Video | Ukraine erobert besetztes Dorf zurück
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Für diese Geländegewinne zahlt Russland jedoch einen hohen Preis. In einem Interview mit der US-Zeitschrift „The Atlantic“ erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, Russland verliere pro erobertem Kilometer rund 170 Soldaten. In seiner Rede auf der MSC bezifferte er die russischen Verluste auf etwa 35.000 Soldaten pro Monat. Insgesamt habe Russland seit Beginn der Vollinvasion im Februar 2022 Verluste von rund 1,3 Millionen Personen erlitten, darunter schätzungsweise 350.000 getötete Soldaten sowie knapp eine Million Verwundete. Allein in den vergangenen 24 Stunden wurden laut Informationen der ukrainischen Armee 1.180 russische Soldaten getötet.
