Ein Reisebus steht neben dem nächsten. Aus den Boxen schallt „Oben gute Laune, unten gute Laune“. Gegen 11.15 Uhr füllt sich der Rathausplatz. Der Wind fegt über den Platz und weht immer wieder Helme und Hüte von den Köpfen. Mit Klatschen und schwingenden Armen versuchen die bunt bemalten und verkleideten Besucherinnen und Besucher die Kälte aus den Gliedern zu vertreiben. Der Gaudiwurm beginnt.
Nach Angaben der Stadt sind rund 1100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet, viele davon Kinder. 32 Gruppen ziehen an diesem Rosenmontag durch die Stadt. Von der Bühne aus ruft der Moderator, er hoffe, „dass das Wetter hält“. Kurz vor dem Start zählt die Menge von zehn herunter. Dann setzt sich der Gaudiwurm unter viel Getrommel in Bewegung. Für ein paar Stunden rückt der Alltag in den Hintergrund.
Bunt und fröhlich: Das sind die schönsten Bilder vom Augsburger Kinderfaschingsumzug

Mit 800 Kindern schlängelt sich am Rosenmontag ein farbenfroher Gaudiwurm durch die Augsburger Innenstadt.
Am Rand des Platzes hebt Daniel aus Augsburg den Feuerwehrhelm seiner zweijährigen Tochter Emma auf. „Wir wussten gar nicht, was uns erwartet“, sagt er. „Wir sind einfach losgezogen.“ Die achtjährige Anja, die mit ihrer Familie aus Bobingen angereist ist, ist besser vorbereitet: „Mir ist nicht kalt. Ich habe einen Thermopulli an, eine Jacke – ich habe alles an“, sagt sie und lacht. Die winterfeste Kleidung hat sie gut unter ihrem Schmetterlingskostüm versteckt.

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Laura (37) ist mit ihren Töchtern extra aus Dresden eingereist.
Foto: Andrea Auer
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Laura (37) ist mit ihren Töchtern extra aus Dresden eingereist.
Foto: Andrea Auer
Gaudiwurm in Augsburg: Gäste kommen für den Fasching bis aus Dresden
Die Strahlkraft des Umzugs reicht über die Region hinaus. Laura (37) aus Dresden, verkleidet als Kik-Tüte, ist mit ihren Töchtern angereist und zeigt sich begeistert: „Viel mehr als bei uns“, schwärmt sie. In Sachsen werde eher auf dem Land gefeiert. Ihre Töchter sind als „Pustefix“ und „Ahoi Brause“ verkleidet – die Kostüme habe sie „einfach gekauft“, für aufwendiges Basteln bleibe im Alltag wenig Zeit.

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Cleo (5) und Tessa (8) freuen sich auf den Umzug und danach auf viele Krapfen.
Foto: Andrea Auer
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Cleo (5) und Tessa (8) freuen sich auf den Umzug und danach auf viele Krapfen.
Foto: Andrea Auer
Auch Katrin (36) ist für den Gaudiwurm angereist, sie kommt aus Pöttmes: „Die auf dem Land können es definitiv besser. Das beginnt schon beim Vorglühen. Und man kennt halt Hinz und Kunz“, sagt sie. Trotzdem komme sie gern nach Augsburg.
Der Rathausplatz leert sich, viele stehen inzwischen entlang der Strecke. Kinder sitzen auf den Schultern ihrer Eltern, eingepackt in dicke Jacken. Auch Geschäftsleute treten aus ihren Läden und filmen das Geschehen mit dem Smartphone.

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Katrin (links) aus Pöttmes im Olaf-Kostüm mit Freunden aus Bobingen und Anja (Bildmitte) in der Thermowäsche.
Foto: Andrea Auer
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Katrin (links) aus Pöttmes im Olaf-Kostüm mit Freunden aus Bobingen und Anja (Bildmitte) in der Thermowäsche.
Foto: Andrea Auer
Josefine (67) steht am Rande des Rathausplatzes. Ihr vierjähriger Enkel befindet sich mitten im Gaudiwurm. Fasching sei nicht immer ihr Ding gewesen. „Aber es ist nett, zusammenkommen und Spaß haben“, sagt sie. „Das Lebe ist ernst genug.“
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Andrea Auer
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