Am 5. Februar starb Gerd Appenzeller im Reinickendorfer Caritas-Hospiz Katharinenhaus. Er war unter anderem Chefredakteur und Herausgeber des Tagesspiegel, im Alter von 73 Jahren gründete er den Bezirksnewsletter für Reinickendorf.
Nachdem im Tagesspiegel bereits ein Nachruf erschien, haben wir im Reinickendorf-Newsletter die Leser gebeten, uns ihre Erinnerungen an Gerd Appenzeller mitzuteilen. Aus den vielen Mails wurde eines schnell klar: Appenzeller war in Reinickendorf eine Instanz und blieb dabei immer nahbar. Nachdem er den Reinickendorf-Newsletter gründete, initiierte er einen Spaziergang am Flughafensee in Tegel, wie sich Leserin Sylvia George erinnert.
Bezirke-Newsletter: Reinickendorf
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„Die anfängliche Befangenheit gegenüber des im wahrsten Sinne des Wortes ‚großen Mannes‘ verflog schnell“, schreibt George. Er „fragte neugierig, war offen und warmherzig.“ Und das galt nicht nur bei jenem Spaziergang, wie die Leserin Brigitte Walcebok weiß. Oft traf sie ihn am Brotstand im Supermarkt und sprach ihn auf seine Artikel an: „Für Anregungen hatte er ein offenes Ohr.“
Gerd Appenzeller: Er kitzelte auch das letzte Geheimnis heraus
Auch Jutta und Ernst Hoffmann sind Gerd Appenzeller sehr dankbar für die Gespräche und den Austausch, zum Beispiel auf dem Wochenmarkt in Hermsdorf. „Raus aus der Anonymität, rein in die soziale Vertrautheit“, schreiben die beiden über ihn.
Diese menschliche Haltung übersetzte Appenzeller auch in sein journalistisches Arbeiten. Er war „ein feiner Mensch, mit klarem Standpunkt“, erinnert sich Leser Jürgen Steuber. In Interviews war er ein aufmerksamer Zuhörer und kitzelte sehr professionell auch noch das letzte Geheimnis heraus, wie sich Hans-Jürgen Hube, seinerzeit Vorstand der Baugenossenschaft „Freie Scholle“, erinnert.
Journalistische Integrität und menschliche Zugewandtheit
Diese journalistische Integrität und Brillanz, gepaart mit einer andauernden menschlichen Zugewandtheit, waren es, die Gerd Appenzeller für viele Reinickendorfer so besonders machten. Er war „eine Persönlichkeit, die auch durch seine stattliche Erscheinung im Hermsdorfer Stadtbild oder bei Spaziergängen um den Waldsee auffiel“, schreibt Leserin Isabel Riele.
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Vielleicht ist diese Besonderheit auch ein Appell. Dieser Gedanke kam zumindest Leserin Dani Charest beim Lesen des Nachrufs auf Gerd Appenzeller. „Wenn sich nur mehr Menschen einen solch liebevollen Nachruf wie den für Herrn Appenzeller wünschen würden und dementsprechend lebten, hätten wir vielleicht eine bessere Welt.“