Das Filmmuseum und das Polnische Institut läuten auch in Düsseldorf das Jahr von Andrzej Wajda ein, das dieses Jahr schon in Polen zum 100. Geburtstag des Filmemachers ausgerufen wurde. Neben einer Filmreihe und pädagogischem Programm sollen zwei Ausstellungen im Filmmuseum und im Polnischen Institut Einblick in das künstlerische Gesamtwerk des Regisseurs geben. Das Museum für Japanische Kunst und Technologie Manggha in Krakau, welches von Wajda und seiner Ehefrau Krystyna Zachwatowicz mitbegründet wurde, stellt dabei Stücke aus seinem Archiv zur Verfügung.
Andrzej Wajda war ein Teenager, als in Polen der Krieg ausbrach. Sein Vater war Offizier, wurde eingezogen und im Zuge einer Kriegsgefangenschaft ermordet. Wajda selbst trat während des Zweiten Weltkriegs der polnischen Heimatarmee bei, die teils im Untergrund gegen die deutsche Besatzung kämpfte. Nach dem Krieg besuchte Wajda zunächst die Kunstakademie in Krakau und später die Filmhochschule in Łódź. Seine ersten Filme bilden die Lebensrealität während des Kriegs und der späteren Besatzung durch die Rote Armee in Polen ab.
Mit dieser thematischen Ausrichtung war Wajda Teil einer Gruppe junger Filmemacher, welche die historischen Ereignisse rund um den Zweiten Weltkrieg aufarbeiteten. Die „Polnische Filmschule“ bestand aus Filmschaffenden, die den Krieg erlebt hatten und ihre Erfahrungen filmisch verarbeiteten. Wajdas Film „Kanał“ („Der Kanal“) thematisiert den Warschauer Aufstand und begleitet eine Gruppe von Zivilisten, die Mitglieder der Polnischen Heimatarmee sind und versuchen, durch einen Kanal an den deutschen Truppen vorbei zu gelangen. Sein erster Spielfilm „Pokolenie“ („Eine Generation“), handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die im Untergrund die Schule besuchen und sich im Widerstand organisieren, während sie unter der deutschen Besatzung erwachsen werden. Hier spielt ein junger Roman Polański, den Wajda an der Filmschule kennengelernt hatte, eine Nebenrolle. Mit dem umstrittenen Filmemacher verband Wajda eine lange Freundschaft, 2002 trug Polański erneut eine Hauptrolle für den Film „Zemsta “ („Die Rache“) bei.
Von der Malerei über die Filmkunst und das Theater hat Wajda ein großes künstlerisches Spektrum bedient. Im Jahr 1989 ließ er sich als Senator in das polnische Parlament wählen und bezog zwei Jahre seinen Posten, die 2000er-Jahre brachten ihm einen Ehren-Oscar und den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk.
Andrzej Wajdas Schaffen wird nun im Zuge eines umfassenden Programms der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Den Auftakt macht die Filmvorführung von „Niewinni czarodzieje“ („Die unschuldigen Zauberer“) am 20. Februar um 19.30 Uhr in der Black Box, ab dem 21. Februar beginnt die Sonderausstellung „Andrzej Wajda: Exhibition“ im Filmmuseum.