Das traditionelle Prinzenfrühstück im Rathaus der Stadt ist ein karnevalistischer Höhepunkt, bei dem Seine Tollität Prinz Karneval am Rosenmontag für einen Tag den übergroßen Rathausschlüssel vom Oberbürgermeister erhält. Diese altwürdige Zeremonie markiert die Machtübernahme der Närrinnen und Narren im Rathaus.
Noch bevor der Rosenmontagszug sich in Bewegung setzt, hält das Stadtoberhaupt in einem originellen Kostüm eine Rede. Im vergangenen Jahr war er Harry Potter. Dieses Mal stand er als Doge von Venedig auf der Bühne: „Mystik, Masken und feinste Roben, wollte er schon lange einmal erproben.“ Das Rathaus wurde zum Palazzo am Burgplatz.
Man muss abwarten, bis Duisburgs jecke Profis starten und ihr Motto präsentieren. „Europa im Herzen – Konfetti im Blut“, dieses Thema sei sehr gut. Großen Dank sprach er den beiden Tollitäten, dem Kinderprinzenpaar Juls I. und Prinzessin Aileen I. und Toni I mit seiner Crew aus. Bei ihnen gibt´s Jubel und Konfettiregen, wenn sie durch Duisburgs Säle fegen.
Er stellte fest, dass Venedig und Duisburg einiges gemeinsam haben, nämlich Brücken, Kanäle, Hafen und Karneval. Unsere Stadt hat zwar keine Gondeln, aber als Doge will er sie jetzt bestellen. Duisburg ist arm, Venedig ist reich, das zeigt ein Haushalts-Quer-Vergleich.
Des weiteren kam er auf die Themen klimafreundlicher Zukunftsgarten, Traglufthalle, Hochfelds Rheinpark und natürlich auch vom Traum-Aufstieg des MSV Duisburg in die 2. Liga. „Es lässt sich keineswegs verkennen, man steht gut da im Meisterrennen“.
Bei „Sörens erstem Dogen-Ball“ konnte man viel Prominenz aus Wirtschaft, Karneval und Politik entdecken. Darunter der Präsident des Hauptausschusses Duisburger Karneval, Michael Jansen, die Ratsleute der Stadt, viele Vertreter Duisburger Karnevalsvereine. Auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas nahm am Prinzenfrühstück teil.
Nach der humorvollen „Büttenrede“ wurde es offiziell. Die Urkunde wurde vorgelesen und Prinz Toni I. erhielt den übergroßen Schlüssel. Er strahlte. „Heute ist ein ganz besonderer Tag. Ihr wisst, wie sehr ich diese Stadt liebe und hoffe, dass ich euch nicht enttäuscht habe,“ sagte er und hob den Schlüssel in die Höhe.
Riesenapplaus und unzählige „Helau-Rufe“. Die Stimmung ist Raum, wo sonst nur ernsthaft diskutiert wird, war gut.
Eine Amtshandlung gab es dann auch noch. Für viele Jahre Erhaltung des Brauchtums Karneval wurden Jürgen Groß und Erich Otto mit einer Urkunde und Orden ausgezeichnet. Nach dem offiziellen Teil lud der Oberbürgermeister dann zum Frühstück ein. Viele waren da aber schon auf dem Weg zu ihren Mottowagen.