Neue Zahlen
Gewalthotspot Bahnhof? So schneidet Frankfurt wirklich ab
Aktualisiert am 17.02.2026 – 02:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Polizei am Frankfurter Hauptbahnhof (Archivbild): Zu den Gewaltdelikten an Bahnhöfen gibt es neue Zahlen. (Quelle: Andreas Arnold/dpa/dpa-bilder)
Der Frankfurter Hauptbahnhof hat nicht den besten Ruf. Neue Zahlen zu Gewaltdelikten zeigen nun, wie er im bundesweiten Vergleich wirklich dasteht.
Mehr als 5.600 Gewaltdelikte gegen Polizisten, rund 980 Messerangriffe und etwa 2.200 Sexualdelikte in Bahnhöfen und Zügen: Das sind Zahlen der Bundespolizei für 2025 in Deutschland. Doch wie steht Frankfurt im Vergleich da?
Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ war der Hauptbahnhof Leipzig 2025 bundesweit Spitzenreiter bei Gewaltdelikten. 859 Fälle verzeichnete die Bundespolizei dort demnach. Es folgen Dortmund mit 735, Berlin mit 654 und Köln mit 648 Delikten.
Der Frankfurter Hauptbahnhof taucht ebenfalls in den Top Ten auf. Für 2025 weist die Statistik 520 Gewaltdelikte aus. Damit liegt Frankfurt auf Platz neun der am stärksten belasteten Bahnhöfe – noch vor Düsseldorf mit 499 Fällen.
Auf den ersten Blick wirkt die Zahl hoch. Allerdings ist der Frankfurter Hauptbahnhof einer der meistfrequentierten in Deutschland. Täglich passieren rund 450.000 Reisende den Bahnhof. Nur Hamburg zählt mit etwa 520.000 Menschen pro Tag noch mehr.
Setzt man die Gewaltdelikte ins Verhältnis zur Zahl der Reisenden, ergibt sich ein anderes Bild. In Frankfurt kommen rechnerisch rund 1,2 Gewaltdelikte auf 1.000 Reisende.
Zum Vergleich: In Leipzig liegt der Wert bei 15,2 Delikten pro 1.000 Reisende, in Dortmund bei 9,2. Selbst große Bahnhöfe wie Berlin, Köln oder Hannover kommen auf deutlich höhere Werte zwischen 2,2 und 2,4. München liegt bei 1,3, Hamburg bei 1,1. Gemessen an der täglichen Nutzung schneidet Frankfurt damit vergleichsweise niedrig ab.
Als Gewaltdelikte erfasst die Bundespolizei unter anderem Körperverletzungen, Raub, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie Sexualstraftaten.
Ein besonders schlimmer Fall war der Auftragsmord an einem 27-Jährigen im Frankfurter Hauptbahnhof im August 2024. Kommenden Freitag beginnt der Prozess gegen die acht Angeklagten.
Zuletzt hatte der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar eine neue Debatte über Sicherheit im Bahnverkehr ausgelöst. Politik, Bahn und Sicherheitsbehörden beraten über zusätzliche Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem Bodycams für Zugbegleiter und ein weiterer Ausbau der Videoüberwachung an Bahnhöfen.
