Mit großer Betroffenheit hat die langjährige Direktorin der Kunstsammlungen Zwickau, Petra Lewey, auf den Tod von Henrike Naumann reagiert. „Ich dachte, das ist eine Fake-Nachricht. Und dann hat es ein paar Minuten gedauert“, sagte sie im Gespräch mit MDR KULTUR.
Ausnahmekünstlerin: Innovativ, engagiert, warmherzig
Lewey gilt als eine der frühen Entdeckerinnen und wichtigsten Förderinnen Naumanns. Bereits deren erste Arbeiten nach dem Studium der Szenografie an der Hochschule für bildende Künste in Dresden seien ihr aufgefallen, erzählte die Kunsthistorikerin bei MDR KULTUR. Darin habe sich Naumann mit der DDR-Vergangenheit, mit dem Umbruch und der Radikalisierung der Jugend im Osten in den 90er-Jahren auseinandergesetzt – „kritisch, mit ganz neuen Mitteln und auf einer sehr persönlichen Ebene“.
Sie war eine ganz warmherzige, sehr kluge, reflektierte Person.
Petra Lewey, ehemalige Direktorin der Kunstsammlungen Zwickau (1985–2025)
Trotz ihres wachsenden Erfolgs sei Naumann immer nahbar geblieben. „Sie war eine ganz warmherzige, sehr kluge, reflektierte Person“, so Lewey. In ihrer Heimatstadt sei sie nicht aufgetreten als die große internationale Künstlerin, sondern als „Henrike Naumann aus Zwickau“.