Den Wochenstart hatten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) anders geplant: Am Samstag teilte die BVG mit, dass die Premierenfahrt mit der neuen Straßenbahn, die eigentlich für diesen Montag vorgesehen war, abgesagt werden muss. Der Grund: Die Zulassung des Fahrzeugs durch die Technische Aufsichtsbehörde verzögert sich. Es seien „weitere Punkte gemeinsam mit der Aufsichtsbehörde zu überprüfen und Nachberechnungen durchzuführen“, so die BVG. Wie jetzt aus Unternehmenskreisen zu hören war, geht es bei den statischen Nachrechnungen um den Bereich am Alexanderplatz.
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Dort führt die Strecke der Tram-Linie M4 entlang, auf der die neuen, extralangen Fahrzeuge als Erstes fahren sollen. Unterirdisch verlaufen im Bereich des Alexanderplatzes allerdings auch mehrere U-Bahn-Tunnel, die durch den Einsatz der 50 Meter langen Straßenbahnen nicht gefährdet werden dürfen. Der Bereich ist sensibel – und viele Berliner werden sich noch an die langen Einschränkungen auf der Linie U2 in den Jahren 2022/2023 erinnern, weil der U-Bahn-Tunnel während Bauarbeiten an einem nahen Hochhaus abgesackt war. Es dauerte Monate, die Röhre wieder anzuheben und zu stabilisieren.

BVG in Berlin: Neue Straßenbahn „Urbanliner“ lässt auf sich warten
Die neuen „Urbanliner“ sind die längsten Straßenbahnen, die die BVG je hatte. Derzeit fahren auf der M4 zwischen Mitte und Lichtenberg zwei gekoppelte Züge von jeweils 30 Metern, die insgesamt 300 Menschen transportieren können. Der neue „Urbanliner“ bietet 312 Fahrgästen Platz, bringt dadurch aber auch ein enormes Gewicht mit: Das zulässige Höchstgewicht liegt bei 100 Tonnen. Zwischenzeitlich gab es so auch die Sorge, dass es Probleme mit einigen Brücken geben könnte. Diese sollen inzwischen aber keine Hürden für die Zulassung mehr darstellen. Ein neues Datum, bis wann nun mit einer Genehmigung gerechnet wird, nannte die BVG noch nicht.
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Die aktuelle Verzögerung bei der Zulassung ist nicht die erste Verschiebung im Zeitplan der neuen Straßenbahn. Schon in der Produktion durch das Unternehmen Alstom gab es Verzögerungen. Eigentlich sollten die ersten Bahnen Ende 2022 bei der BVG ankommen, tatsächlich passierte das erst im Sommer 2024. Den Fahrgastbetrieb mit den neuen Trams wollte die BVG dann Anfang 2025 aufnehmen, doch es folgten weitere Verzögerungen. Die BVG betont zwar, dass sich jetzt, durch die erneute Verschiebung, nichts für Fahrgäste ändert. Ihnen – und Anwohnern – sollen die neuen Straßenbahnen aber nicht nur mehr Platz, sondern auch den Vorteil bringen, dass Erschütterungen und Fahrgeräusche abnehmen. Dass die Trams bald in den Betrieb gehen, ist zudem wichtig, um alte Fahrzeuge zu ersetzen.