Mit 94 wieder in den Charts

Für zehn Mark: Schlageridol startet Karriere in Franken

Aktualisiert am 17.02.2026 – 07:26 UhrLesedauer: 3 Min.

Freddy Quinn bei einem Auftritt (Archivbild): Der heute 93-Jährige räumt mit einigen Mythen auf.Vergrößern des Bildes

Freddy Quinn bei einem Auftritt (Archivbild): Seine Karriere nahm in Franken auf. (Quelle: POP-EYE/Scherf via www.imago-images.de)

Mit 94 Jahren steht er wieder in den Charts – in den 50ern ist er in einer Kneipe in Franken aufgetreten. Für zehn Mark pro Abend und ein Bett in einem Badezimmer.

„Die Gitarre und das Meer“, „Unter fremden Sternen (fährt ein weißes Schiff nach Hongkong)“ oder „La Paloma“: Die Lieder des 94-jährigen Freddy Quinn sind aus der deutschen Schlagerwelt nicht mehr wegzudenken. Jetzt hat er überraschend einen Charterfolg gelandet.

Freddy Quinn, der mit bürgerlichem Manfred Nidl-Petz heißt, trat nämlich in den 1950ern in der Fürther Kneipenmeile Gustavstraße auf. Gage damals: zehn Mark pro Tag. Dass Quinn ausgerechnet in Fürth gelandet ist, ist wiederum der amerikanischen Besatzungsmacht zu verdanken, wie es in dem Buch „Spurensuche: Eine Entdeckungsreise durch Fürth“ heißt.

Laut dem Autor erklärte Quinn in den 1980er Jahren, dass er vom Gymnasium in Wien weggelaufen und dann über Italien, von Tunis bis nach Casablanca, getrampt sei. Danach habe er unbedingt in seine spätere Wahlheimat Hamburg gewollt, sei aber auf dem Weg in Franken hängen geblieben.

Dort habe er für die amerikanischen Soldaten gespielt und gesungen, vorrangig Hillbilly, also Country und Western. Quinn sagte laut dem Buch über die Zeit in Fürth: „Die Amerikaner waren sehr großzügig, ich hab’ da immer mal ’nen Dollar oder zehn oder fünf oder zwei in die Gitarre geschmissen bekommen.“

Aufgetreten ist Quinn im Wirtshaus „Zum Gelben Löwen“. Wirtin war damals Marga Schadler. Sie erinnert sich laut dem Buch noch daran, als der „junge Bursche in Jeans“ mit seiner Gitarre in die Kneipe gekommen sei. Ihr Mann habe darauf beschlossen, dass er bleiben soll.