Eine Agrarmaschine steht in einer Produktionshalle

AUDIO: EU-Indien-Abkommen: So profitiert Niedersachsens Wirtschaft (3 Min)

Stand: 17.02.2026 18:38 Uhr

Die europäische Wirtschaft schwächelt nach wie vor. Die Europäische Union reagierte zuletzt und hat ein Freihandelsabkommen mit Indien beschlossen. Davon sollen niedersächsische Unternehmen profitieren.

von Jan Niestegge

Die US-Amerikanische Zollpolitik verunsichert viele Unternehmen, die chinesische Konkurrenz legt im Exportgeschäft zu und niedersächsische Unternehmen suchen nach Möglichkeiten und Wegen, die internationalen Geschäfte anzukurbeln. Durch ein neues Freihandelsabkommen der Europäischen Union fällt der Blick nun auf Indien. Wie die EU mitteilt, sollen die EU-Exporte nach Indien bis 2032 verdoppelt werden, indem Zölle abgeschafft oder gesenkt werden. Nutznießer ist auch das emsländische Unternehmen Krone Landmaschinen, das den indischen Markt schon vor dem Freihandelsabkommen sondiert hat.

Indien: Vergleichbar mit China vor 25 Jahren

Ein KRONE-Mitarbeiter steht vor einer Landmaschine

Krone-Mitarbeiter Thorsten Schütte steht vor Maschinen, die nach Indien exportiert werden.

Krone sieht in Indien einen wachsenden Markt und viele Chancen, Agrartechnik und Maschinen zu exportieren. Seit 2019 ist das Unternehmen auf dem indischen Markt aktiv und erhofft sich durch das anstehende Freihandelsabkommen mehr Kostenersparnis und Aufträge. Der aktuelle indische Markt sei vergleichbar mit China vor 25 Jahren, so Krone-Mitarbeiter Thorsten Schütte, der unter anderem für den indischen Markt zuständig ist. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen, dass sich die Exporte nach Indien deutlich erhöhen.

Noch keine Alternative zu USA und China

Fest steht allerdings auch, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis Indien eine ernstzunehmende Handelsalternative wird. Denn nur 0,7 Prozent aller niedersächsischen Exporte zwischen Januar und November 2025 wurden nach Indien geliefert. Von dort importiert wurden in diesem Zeitraum 1,4 Prozent aller Waren, wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen mitteilt. Das bedeutet, dass der Markt noch lange keine Alternative zu den USA und China darstellt.

Abkommen könnte Handels-Schub auslösen

Eine Agrarmaschine steht in einem Lkw-Anhänger

Krone hofft auf mehr Exporte nach Indien.

Das bestätigt auch Hartmut Bein, Indien-Experte und Mitglied des German-Indian Round Table (GIRT), einem Netzwerk zur Förderung der wirtschaftlichen und persönlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Indien. Er macht jedoch gleichzeitig deutlich, welches Potenzial der indische Markt für heimische Unternehmen besitzt. Der deutsch-indische Warenaustausch habe sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Das Abkommen könnte nun einen weiteren Schub auslösen.

Verschiedene Branchen könnten profitieren

Dass sich die EU und Indien nun so kurzfristig auf ein Abkommen einigen konnten, führt Bein auf die geopolitischen Spannungen zurück. Die deutschen Unternehmen suchten nach Alternativen zu den Märkten in den USA, Russland und China. Durch das Abkommen mit Indien könnten in Niedersachsen nun besonders Maschinenbau-Unternehmen, die Auto-Branche und der Agrarsektor profitieren, so Bein weiter. Auch Partnerschaften mit indischen Unternehmen seien denkbar – gerade hinsichtlich Informationstechnik und Künstlicher Intelligenz.

Ratifizierung steht noch aus

Für Krone Landmaschinen und andere niedersächsische Unternehmen kann der indische Markt eine Wette auf die Zukunft sein. Zunächst muss das Freihandelsabkommen noch ratifiziert werden. Möglich scheint, dass im nächsten Jahr die ersten zollfreien Waren nach Indien exportiert werden – auch aus Niedersachsen.

Gruppenfoto nach der Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens

Nun ist das Freihandels-Abkommen mit südamerikanischen Staaten unterzeichnet. Niedersächsische Unternehmen sehen das positiv, Landwirte sind skeptisch.

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