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Berlin – Man hätte gedacht, dass die Einbürgerungen gestoppt werden, bis eine wirksame Prüfung etabliert ist, um Betrug zu erkennen. Doch der Senat ignoriert das Problem.

Die Einbürgerung von Ausländern läuft in Berlin auf Hochtouren. Im vergangenen Jahr wurden 39.034 deutsche Pässe ausgegeben, fast doppelt so viele wie 2024 (21.811) und mehr als viermal so viele wie  2023 (9041).

Dieser Anstieg wird vom Senat als großer Erfolg gefeiert. Man sei dabei, den Stau bei der Bearbeitung der Einbürgerungsanträge endlich zu beseitigen.

Das mag stimmen, doch gibt es dabei ein großes handfestes Problem: Seit Sommer 2025 werden überall in Deutschland Betrügereien beim Nachweis der Sprachkenntnisse aufgedeckt, die für die Einbürgerung notwendig sind.

Drei Betrugs-Methoden

Nach Polizeiangaben sind drei Methoden des Betrugs aufgeflogen.

► Erstens: Dokumente werden gefälscht, falsche Namen und Daten werden in Originaldokumente eingetragen.

► Zweitens: Zum Sprachtest erscheint ein Doppelgänger mit ausreichenden Sprachkenntnissen.

► Drittens: Der Anwärter auf Einbürgerung lädt statt des Sprachzertifikats eine ähnliche Bescheinigung hoch und hofft, dass der Sachbearbeiter aufgrund der hohen Arbeitsbelastung den Fehler übersieht.

Ende Dezember änderte die Bundesregierung das Gesetz dahingehend, dass der Ausländer nach einem erkannten Betrug zehn Jahre keinen neuen Antrag auf Einbürgerung stellen darf. Das war eine notwendige Maßnahme, die aber nicht wirkt, wenn der Betrug nicht erkannt wird.

In Berlin teilt man den deutschen Pass dennoch im Eilverfahren aus. Man hätte gedacht, dass die Verfahren gestoppt werden, bis eine wirksame Prüfung etabliert ist, um Betrug zu erkennen. Doch davon kann keine Rede sein, der Senat ignoriert dieses Problem.

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de