Kiel. Knapp einen Monat ist es her, dass sich ein Unbekannter in der Hebbelschule in den Unterricht geschlichen hat und dadurch einen Polizeieinsatz auslöste. Zuvor soll der Mann eine Schülerin im Bus belästigt haben. Jetzt wurde im jüngsten Ausschuss für Schule und Sport bekannt: Nicht in allen Klassenräumen hat während des Einsatzes die Alarmierung funktioniert. Mittlerweile hat die Stadtverwaltung aber ein Unternehmen beauftragt, um die technischen Mängel zu beseitigen.
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„Wir haben der Stadt im Anschluss an den Vorfall umgehend mitgeteilt, wo wir technische Defizite sehen“, sagt Schulleiter Karsten Jonas. „Es gab vier Klassenräume, in denen die Alarmierung nicht zu hören war, und andere, in denen es Störgeräusche gab.“ Während des Polizeieinsatzes hatte die Schulleitung die Schülerschaft und Lehrkräfte etwa über Lautsprecherdurchsagen informiert und aufgefordert, zur Sicherheit in den Räumen zu bleiben.
Verwaltung analysiert stadtweit Alarmierungsanlagen an Schulen
Die Schule hatte mit ihrem Anliegen Erfolg: In den kommenden Tagen prüft eine Fachfirma die Alarmierungsanlage und bessert dort nach, wo es technische Mängel gibt. Aus Sicht des Schulleiters sei das ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit an der Hebbelschule in Kiel. Gerade in Krisensituationen sei eine funktionierende Kommunikation essenziell. „Mit den aktuell beauftragten Reparaturen ist die Hebbelschule für die Zukunft bestens gerüstet“, berichtet Jonas.
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Mit den aktuell beauftragten Reparaturen ist die Hebbelschule für die Zukunft bestens gerüstet.
Karsten Jonas
Schulleiter Hebbelschule
Die Probleme beim Einsatz an der Hebbelschule hat das Amt für Schulen zum Anlass genommen, um noch einmal die Alarmsysteme jeder einzelnen Kieler Schule zu analysieren. „Es gibt neben der Hebbelschule noch andere Schulen, insbesondere mit älteren Alarmierungsanlagen, die Lücken im Gesamtgebäude aufweisen“, sagte Oliver Horn, Leiter der städtischen Immobilienwirtschaft, in der Ausschusssitzung. „Diese haben wir im Blick und werden auch dort nachbessern.“
Schulen in Kiel: Gesetzliche Mindestanforderungen für Alarmierung erfüllt
Die Immobilienwirtschaft betont jedoch: Grundsätzlich erfüllten alle Kieler Schulen die gesetzlichen Mindestanforderungen für die Alarmierung nach der Musterschulbaurichtlinie. Demnach benötigen Schulen zwei unterschiedliche Signale – eines für den Pausengong und ein Alarmsignal. „Die Anlagen werden jedes Jahr gewartet und alle drei Jahre ist eine Tüv-Prüfung erforderlich“, sagt Bildungsbaukoordinator Andre Menke. Jede Schule setze für sich zudem ein eigenes, individuelles Sicherheitskonzept auf – auch je nach baulichen Voraussetzungen.
Bereits vor einem halben Jahr hatte der Ausschuss für Schule und Sport nach dem Amoklauf in Graz über das Thema Sicherheit an Schulen diskutiert. Eine Auswertung zeigte zu dem Zeitpunkt: Zwar verfügen alle 58 Kieler Schulen über ein Alarmsystem, bei 23 Schulen in Kiel handelt es sich jedoch um einfache Klingelzeichen. „Diese Form halten wir für am schlechtesten“, sagte Bildungsdezernentin Renate Treutel (Grüne) damals. In einer Bedrohungslage wiesen unterschiedliche Klingeltöne auf die jeweilige Situation hin. Doch ob alle Beteiligten die Warnsignale richtig deuten, sei fraglich.
Manche Schutzkonzepte sind deutlich veraltet
Etwa zeitgleich hatte eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion aufgezeigt, wie veraltet manche Schutzkonzepte in Schleswig-Holstein sind. Der Notfallwegweiser, den das Land Schulen für Krisensituationen zur Verfügung stellt, war zu dem Zeitpunkt bereits 16 Jahre alt. Zum aktuellen Schuljahr hat das Land eine neue Auflage des Leitfadens herausgebracht. Im Vergleich zur Vorgängerausgabe beleuchtet der Notfallwegweiser noch stärker die Themenbereiche Gewalt gegen pädagogische Fachkräfte sowie mediale Gewalt.
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„Schule muss ein Ort sein, an dem sich alle sicher fühlen – ob im Klassenzimmer, auf dem Schulhof oder im digitalen Raum“, sagt Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU). Um das zu gewährleisten, enthalte der Notfallwegweiser Checklisten, Textbausteine für Elternbriefe sowie Alarmierungspläne und beschreibe die Aufgaben von Lehrkräften, Schulleitungen und Krisenteams.
KN