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Hannover – Die Zeit der großen Einkaufspaläste in den Innenstädten scheint vorbei zu sein. Studien zufolge stehen derzeit schätzungsweise rund 50 ehemalige Warenhäuser in Deutschland leer, die Nachnutzung ist schwierig. Hannover hat jetzt eine neue Idee präsentiert, um die Verödung der City zu stoppen. In das ehemalige Galeria-Kaufhaus-Gebäude in der Altstadt soll eine Schule mit 4000 Schülern einziehen!
Oberbürgermeister Belit Onay (45, Grüne) und Regionspräsident Steffen Krach (46, SPD) stellten das Konzept am Dienstag vor. Die Region Hannover mietet das Gebäude an, um dort auf drei Etagen die Berufsbildenden Schulen (BBS) Cora Berliner unterzubringen. Die kaufmännische Berufsschule ist derzeit auf zwei Standorte im Stadtgebiet aufgeteilt. Mit dem Umzug würden die etwa 4000 Schüler in bester Lage unterrichtet. Regionspräsident Krach: „Das trägt zur Innenstadtbelebung bei, denn die Schüler und Lehrkräfte werden wohl auch im benachbarten Einzelhandel und der Innenstadt-Gastronomie unterwegs sein. Aus meiner Sicht gibt es nur Gewinner.“

Investor Oliver Blume zeigt das neue Konzept mit Innenhof statt Rolltreppen und „Lern-Häusern“ statt Klassenräumen
Foto: WWW.SCHEFFEN.DE
Verglaster Innenhof ersetzt die Kaufhaus-Rolltreppen
Auf 30 Jahre gesehen betragen die Mietkosten laut „Hannoverscher Allgemeiner Zeitung“ 155 Millionen Euro, was immer noch deutlich billiger als ein Schulneubau sei. Bevor der Betrieb startet, soll allerdings das Gebäude komplett entkernt werden. Die jetzigen Kaufhaus-Rolltreppen werden laut Oliver Blume, dem Besitzer des Gebäudes, herausgerissen: „Dort soll ein verglaster Innenhof entstehen, durch den natürliches Sonnenlicht in das gesamte Gebäude fällt. Statt Frontalunterricht soll es eine neue Art des Lernens geben mit kleinen Häusern, welche in die fünf Meter hohen Etagen gebaut werden und die Klassenräume ersetzen. Eine Berufsschule der Zukunft, in die die Schüler gehen, weil sie Lust darauf haben.“

Schulleiterin Christiane Fischer
Foto: WWW.SCHEFFEN.DE
Auch Schulleiterin Christiane Fischer kann es kaum erwarten, in das neue Gebäude umzuziehen. Allerdings werden sich Baugenehmigung und Umbauarbeiten wohl noch bis mindestens 2028 hinziehen.