So stellt sich die KI Gemini eine Roboter-Akademie vor. Visualisierung: KI Gemini, Prompt: Heiko Weckbrodt
„Smart Systems Hub“ sieht digitale Fabrikzwillinge, physische KI, Robotik und Tech-Talente-Nachschub als wichtige Trendthemen
Dresden, 17. Februar 2026. Die Verbindung von Künstlicher Intelligenz (KI) mit – teils auch humanoiden – Robotern sowie digitale Echtzeit-Zwillinge kompletter Produktionslinien und Fabriken sind derzeit zentrale Trends für die sächsische Robotikszene. Das hat Geschäftsführer Michael Kaiser von der Dresdner Innovationsagentur „Smart Systems Hub“ eingeschätzt. „Die Virtualisierung von Shopfloors in Echtzeit sind gerade ein Riesenthema“, betont Kaiser.
Virtuelle und reale Fertigungslinien in Echtzeit verknüpft
Gemeint sind damit Computermodelle kompletter Werkhallen, die das Zusammenspiel aller Maschinen, Förderbänder, Roboter, Bauteilepfade, Gas-, Flüssigkeits- und Stromleitungen abbilden. Diese „Digitalen Zwillinge“ erleben derzeit einen Evolutionssprung: Einerseits zeigen sie nicht nur mehr ihren Ausgangszustand, sondern bilden auch Zusammenhänge zwischen den Anlagen ab. Dadurch lassen sich zum Beispiel Umbauten oder Automatisierungsinvestitionen vorab exakter am Computer planen – und mögliche Fehlerquellen vorab erkennen. Andererseits werden einige „Digitalen Zwillinge“ in Industriebetrieben echtzeit-fähig. Was heißt: Die Anlagen speisen aktuelle Fortschritte im Produktionsprozess, Maschinenzustände und Sensorwerte die ganze Zeit über in ihr virtuelles Abbild ein – dadurch spiegelt der „Digitale Zwilling“ stets den aktuellen Zustand der echten“ Fabrik ab. Dies wiederum soll Steuerung, Auslastung, Wartung und Produktions-Umstellung solcher Anlagen effizienter machen.
Wandelbots setzt aufs „Omniverse“ von Nvidia
Um dafür regionale Beispiele zu schaffen, setze der „Hub“ unter anderem auf Hackathons gemeinsam mit Industriepartnern, betont Kaiser. Zudem gibt es unmittelbare Anknüpfungspunkte zwischen dem digitalen Zwillingskonzept und den besonderen Stärken im Cluster Dresden: Robotik-Unternehmen wie „Wandelbots“ beispielsweise schießen sich zunehmend auch auf die virtuelle Planung von Robotereinsätzen ein, verkuppeln dabei ihre eigenen Roboter-Universalbetriebssysteme mit virtuellen Planungswerkzeugen wie dem „Omniverse“ von Nvidia. Vorstellen kann man sich das wie einen digitalen Werkzeugkasten, mit dem sich sehr realistisch anmutende und vor allem auch dynamische virtuelle Kopien ganzer Fabriken erschaffen, planen und verändern lassen.
„Physical AI“ international im Trend
Der US-Konzern „Nvidia“, der ursprünglich erst als Designschmiede für Grafikprozessoren, dann für KI-Beschleuniger dominante Weltmarktpositionen erlangt hatte, vermarktet sein „Omniverse“ inzwischen zunehmend auch als Werkzeug für einen weiteren internationalen Megatrend: „Physische KI“ („physical AI“) zielt darauf, Künstlichen Intelligenzen einen „Körper“ zu geben beziehungsweise Robotern KI einzupflanzen, damit sie einmal erhaltene Aufgaben ähnlich flexibel wie ein Mensch erledigen können.
Sachsen wollen eigene Akzente setzen
Auch hier hoffen die Sachsen, eigene Akzente setzen zu können. Zwar sind die USA und China weit vorne bei den aktuellen Trends „humanoide Roboter“ und „physische KI“. Doch auch im Freistaat gibt es Versuche – wie etwa an der TU Chemnitz –, eigene Schreitroboter zu bauen. Zudem positionieren sich sächsische Tech- und Softwareschmieden wie „Additive Drives“ (3D-gedruckte Hochleistungs-Elektromotoren“, Wandelbots (Universal-Robotersysteme) und andere Unternehmungen als Zulieferer in diesem Sektor. Zwar handelt es sich dabei fast durchweg um eher kleine Unternehmen. Was ihnen an Größe gegenüber den großen internationalen Konzernen fehlt, versuchen sie durch Vernetzung wettzumachen. So zählt der sächsische Verbund „Robot Valley“ inzwischen laut eigenen Angaben rund 30 Robotik- und KI-Firmen und 44 Forschungsinstitute in diesen beiden Tech-Sektoren.
Robotik-Techakademie soll Spezialisten weiterbilden und regionale Beispiele schaffen
Angedockt hat sich dieses Netzwerk mittlerweile an die Agentur „Smart Systems Hub“ – und die schmiedet bereits neue Pläne mit Blick auf den Talente-Nachschub: „Wir wollen eine ,Robot Valley’-Techakademie aufbauen“, kündigt Hub-Chef Kaiser an. Die Akademie soll in Kooperation mit der HTW Dresden wachsen und sich vor allem auf die Weiterbildung von Robotik-Fachkräften, Prozessoptimierungen in automatisierten Fabriken und Roboter-Inbetriebnahmen in Unternehmen spezialisieren.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Smart Systems Hub, Robot Valley, Oiger-Archiv, Nvidia, Wikipedia

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