Es ist der Moment, den jedes Prinzenpaar wohl fürchtet. Wenn die beiden Narrenherrscher am Veilchendienstag zum „Närrischen Zapfenstreich“ auf dem Balkon des Rathauses stehen ist es Zeit, Abschied zu nehmen. So kam es nun auch für Prinz Marcus I. und Venetia Nicole.
Ein letztes Mal sollten die beiden den Einzug mit ihren Garden erleben. Es waren die letzten Minuten, in denen sie an der Spitze des Düsseldorfer Karnevals standen. Wie emotional das für die beiden war, konnten sie nicht verstecken. Unter Tränen versuchten sie, ihre Eindrücke und das, was ihnen die Session bedeutet hat, in Worte zu fassen. „Danke für alles, was in den vergangenen 95 Tagen mit uns passiert ist. Man freut sich, aber weiß nicht, was kommt. Und dann passiert so etwas, was ihr diese Session mit uns abgerissen hat“, sagte Prinz Marcus I. an die Jecken auf dem Rathausplatz gerichtet. Der Abschied sei nun schwer, aber er und seine Venetia blickten auf tolle Wochen und mehr als 300 Termine als Prinzenpaar zurück.
Auch wenn die beiden vor der Session schon befreundet waren, wurde ihre Verbindung nur noch stärker. „Wir haben die letzten Tage Tür an Tür im Hotel gewohnt und ich habe mich jeden Morgen wieder gefreut, dich zu sehen“, sagte er an seine Venetia gerichtet. Die Emotionen konnte sie nicht verbergen, bei fast jedem Satz kämpfte Venetia Nicole mit den Tränen. „Ich sage das jetzt einfach frei raus, weil ich ja gleich keine Venetia mehr bin: Es war megageil mit euch!“ Ohne die Hilfe ihres Vereins, ihrer Familie und auch des Comitee Düsseldorfer Carneval (CC), in dessen Vorstand sie die Jugendbeauftragte ist, wäre es nicht möglich gewesen, Venetia zu werden. „Ihr habt mir immer den Rücken freigehalten und mir so meinen großen Lebenstraum ermöglicht.“ Auch sie fand emotionale Worte für ihren Prinzen Karneval und rührte ihn zu Tränen: „Ich bereue keine Sekunde mit dir.“
Nach einem letzten Helau als Prinzenpaar nahm CC-Präsident Lothar Hörning ihnen die Insignien ab und machte sie wieder zu „normalen“ Bürgern. So wurde aus Prinz Marcus I. wieder Marcus Hülscher und aus Venetia Nicole wieder Nicole Nothen. „Wir sind froh, dass du wieder da bist, du hast dem Vorstand gefehlt“, sagte der Präsident in Richtung der CC-Jugendbeauftragten.
Im vergangenen Jahr hatte das CC erstmals den Zapfenstreich genutzt, um das Motto für die kommende Session zu verkünden, das solle nun zur Tradition werden. Vielleicht auch, um zu zeigen, dass es weitergeht. Denn am 11.11. wird an gleicher Stelle auf dem Marktplatz die neue Session eröffnet. Dieses Mal dann unter dem Motto: „Karneval – grenzenlos vereint!“ Das Motto solle zeigen, dass Karneval viel mehr ist als nur zu feiern, sagte CC-Präsident Lothar Hörning. „Es geht um gelebte Tradition, um Freundschaften über Vereins- und Stadtgrenzen hinweg, um Zusammenhalt, um die Kraft der Gemeinschaft sowie um grenzenlose Solidarität, wenn unsere Meinungs-, Kunst- und Narrenfreiheit bedroht ist.“
Das neue Motto hatte der CC-Vorstand aus zwei der rund 150 eingesandten Vorschläge miteinander kombiniert. Die beiden Teile, die schließlich zum Motto „Karneval – grenzenlos vereint!“ führten, hatten Jens Holzeisen und Georg Berrang beigesteuert.