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Lübeck (Schleswig-Holstein) – Geht es nach der Stadt Lübeck, dann soll das berühmte „Haus Seeblick“ an der Ostsee abgerissen werden. Es steht zu nah an der Steilküste und droht, ins Meer zu rutschen. Doch der Eigentümer wehrt sich: Er stoppte den Abriss per Eilantrag – und präsentiert einen spektakulären Plan.

Einst lag das 1932 errichtete Haus mehr als 100 Meter vom Ufer entfernt. Regen, Frost und Sturmfluten ließen immer wieder Teile des Brodtener Steilufers abbrechen. So rückt die Ostsee immer näher an das Haus heran. Im Februar 2023 dann der bisher letzte große Abbruch: Nur noch fünf Meter steht nun das historische Gebäude vom Abhang entfernt. Wohnen kann hier niemand mehr: zu gefährlich!

Das 1932 errichtete Haus lag damals über 100 Meter vom Ufer entfernt. Regen, Frost und Sturmfluten sorgen für Abbrüche. So rückt die Ostsee jährlich etwa einen Meter näher an das Haus heran

Das 1932 errichtete Haus lag damals über 100 Meter vom Ufer entfernt. Doch die Ostsee rückt immer näher an das Haus heran

Foto: Holger Kröger

Der ehemalige Eigentümer, der „Förderverein der Falken e. V.“ (ein Kinder- und Jugendverband) wollte die Immobilie im Landschaftsschutzgebiet eigentlich bewahren, fand aber keine Lösung dafür. Das Haus wurde verkauft.

Der Plan des Hausbesitzers

Obwohl dem neuen Eigentümer (er möchte namentlich nicht genannt werden) klar war, dass die Immobilie nicht bewohnt werden darf, versucht er, sie zu retten. Sein Plan: das komplette Haus nach hinten zu versetzen! „Ich verfüge über eine Ende Januar ausgestellte denkmalrechtliche Genehmigung zur Versetzung von Haus Seeblick um etwa 20 Meter landeinwärts“, behauptet er gegenüber BILD.

Der Eigentümer möchte mit einer Spezialfirma das Haus um 20 Meter nach hinten versetzen

Der Eigentümer möchte mit einer Spezialfirma das inzwischen denkmalgeschützte Haus um 20 Meter nach hinten versetzen

Foto: picture alliance/dpa

So soll das Haus verschoben werden

Der neu geschaffene Abstand zum Steilufer würde Haus Seeblick rund dreißig Jahre sichern. Die Versetzung sei bodenschonend und stabilisiere zudem die Steilküste, sagt der Eigentümer.

„Zuerst wird das Haus statisch gesichert und vom bestehenden Fundament getrennt. Massive Stahlträger werden unter die tragenden Wände geschoben und übernehmen das gesamte Gewicht“, erklärt Dipl.-Ing. Ralf Engel von der Spezialtiefbau-Firma „ERKA Pfahl GmbH“ den Versetzungsplan. „Hydraulikpressen heben das Gebäude leicht an, sodass es auf vorbereitete Gleit- oder Rollbahnen gesetzt werden kann. Anschließend bewegen Hydraulikzylinder das Haus in kleinen, kontrollierten Schritten zur neuen Position. Dort wird es exakt ausgerichtet, abgesenkt und dauerhaft mit dem neuen Fundament verbunden.“ Die Kosten für die Hausverschiebung liegen zwischen 80 000 und 100 000 Euro.

Das Haus darf nicht betreten werden und wurde von der Stadt Lübeck versiegelt

Das Haus darf nicht betreten werden und wurde von der Stadt Lübeck versiegelt

Foto: Holger Kröger

Eigentümer klagt und stoppt die Bagger

Die Stadt Lübeck (Schleswig-Holstein) hatte die Villa und ihre Lage als zu gefährlich eingestuft und den Eigentümer zum Abriss aufgefordert. Der legte Widerspruch ein. Dem entgegnete die Behörde: „Da von dem Gebäude erhebliche Gefahren für Leben und Gesundheit von Personen (…) ausgehen, ist ein weiterer Verzug nicht vertretbar.“ Heißt: Die Behörde will das Haus abreißen und dem Eigentümer eine Rechnung schicken.

Das Steilufer an der Ostsee. Immer wieder kommt es zu Abbrüchen

Das Steilufer an der Ostsee. In dieser Woche werden erst mal keine Bagger anrücken

Foto: Henning Schaffner

Doch der stellte letzten Donnerstag einen Eilantrag gegen die Maßnahmen beim Verwaltungsgericht. Die Bagger wurden vorerst gestoppt. Doch am Dienstagnachmittag folgte die schlechte Nachricht für den Eigentümer: Das Verwaltungsgericht lehnte den Eilantrag ab.

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Dem Hausbesitzer bleibt nun nur noch der Gang vor das Oberverwaltungsgericht.