Apple und Google wollen ihre App-Stores für Entwickler:innen fairer gestalten. Das haben beide Unternehmen der britischen Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) zugesagt.
Duopol unter Beobachtung der britischen Regulierer
Die Vereinbarungen folgen auf eine Untersuchung der CMA, die Apple und Google im Oktober als Duopol bei mobilen Plattformen eingestuft hat. Die Behörde hatte beiden Unternehmen einen „strategischen Marktstatus“ zugesprochen. Diese Einstufung bedeutet keinen konkreten Vorwurf eines Fehlverhaltens, verschafft den britischen Aufsichtsbehörden aber zusätzliche Befugnisse. Sie können nun gezielt Änderungen anordnen, um den Wettbewerb im Mobilfunkmarkt zu stärken.
Auf Basis dieser neuen Kompetenzen hat die CMA mit beiden Konzernen konkrete Zusagen verhandelt. Ziel ist es, das App-Ökosystem für Entwickler:innen transparenter und weniger abhängig von den Plattformbetreiberinnen zu machen. Die jetzt veröffentlichten Bedingungen sollen genau regeln, wie Apps in den App-Stores geprüft, gerankt und im Umgang mit Daten behandelt werden.
Fairere App-Bewertung, Transparenz und Datenschutz
Laut den von der CMA veröffentlichten Bedingungen verpflichten sich Apple und Google, Apps in ihren App-Stores „fair, objektiv und transparent“ zu prüfen und zu bewerten. Dabei dürfen Anwendungen, die direkt mit eigenen Diensten der beiden Unternehmen konkurrieren, nicht benachteiligt werden. Rankings und Sichtbarkeit sollen also nicht zugunsten der jeweiligen Plattformbetreiberin verzerrt werden.

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Beide Konzerne sichern zudem zu, die im Rahmen des App-Prüfprozesses erhobenen Daten von Entwickler:innen zu schützen. Diese Informationen sollen nicht missbräuchlich genutzt werden, etwa um eigene konkurrierende Angebote zu verbessern oder strategische Vorteile zu erzielen. Damit reagiert die CMA auf langjährige Sorgen von Entwickler:innen, dass Plattformbetreiberinnen bei der App-Freigabe interne Einblicke in sensible Geschäftsdaten erhalten.
Neue Vorgaben für Apple bei Interoperabilität
Zusätzlich gelten spezifische Anforderungen an Apple im Bereich Interoperabilität. Das Unternehmen muss es Entwickler:innen künftig erleichtern, Zugang zu Funktionen und Merkmalen von iOS anzufordern. Dadurch sollen Drittanbieter-Apps besser mit den eigenen Diensten von Apple konkurrieren können.
In einer Stellungnahme gegenüber Bloomberg erklärte Apple, die nun vereinbarten Zusagen erlaubten es dem Unternehmen, wichtige Neuerungen bei Datenschutz und Sicherheit für Nutzer:innen weiter voranzutreiben und zugleich gute Chancen für Entwickler:innen zu bieten.
Die Änderungen sollen zum 1. April in Kraft treten, vorbehaltlich einer öffentlichen Konsultation, die bis zum 3. März läuft. In dieser Phase können Marktteilnehmer:innen und andere Interessengruppen Rückmeldungen zu den geplanten Maßnahmen geben.
Die CMA kündigt an, die Umsetzung genau zu überwachen und bei Verstößen nicht zu zögern, formelle Auflagen zu erlassen. In den kommenden Monaten erwartet die Behörde weitere Maßnahmen. Dazu könnten auch mögliche Änderungen gehören, wie die digitale Geldbörse von Apple arbeitet.
Via: https://www.macrumors.com
Titelbild: KI (Zur Illustration)