Bielefeld. Gibt es einen betriebswirtschaftlichen Zusammenhang zwischen der für Ende Oktober geplanten Saunaschließung im Bielefelder Familienbad Heepen und der Eröffnung des neuen Kombibades in Jöllenbeck 2026? Das wollte Ulfert Ruebel in der Fragestunde für Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtbezirks Heepen der Bezirksvertretung im Dezember wissen. Doch laut der Betreibergesellschaft sind laufende Kosten und der Zustand der Außensauna das Problem.

Die geplante Sauna-Schließung und die Kombibad-Eröffnung hängen nicht zusammen, das teilt die Stadtverwaltung in Abstimmung mit Marcus Lufen, Geschäftsführer der Bielefelder Bäder- und Freizeit GmbH (BBF), zur anstehenden Sitzung der Bezirksvertretung Heepen am Donnerstag, 19. Februar, mit. Diese findet um 18 Uhr in der Mensa des Schulzentrums Heepen statt. Im Wirtschaftsplan der BBF seien die Mehrkosten für das neue Jöllenbecker Bad entsprechend berücksichtigt.

Bei der Frage nach dem Weiterbetrieb der Heeper Sauna steht laut Verwaltung die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Die laufenden Kosten stünden demnach in keinem angemessen Verhältnis zu den erzielten Einnahmen.

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Wirtschaftlichkeit steht im Vordergrund

Die Bielefelder Bäder wollten mit ihrer Entscheidung das betriebliche Defizit so gering wie möglich halten, heißt es weiter. Dies geschehe, um den städtischen Haushalt nicht über Gebühr zu belasten und Betriebskostenzuschüsse in wirtschaftlich angespannten Zeiten so klein wie möglich zu halten.

Die Sanierungsbedürftigkeit der Außensauna in Heepen kommt als weiterer Faktor hinzu. Dafür fielen Kosten im sechsstelligen Bereich an, so die Verwaltung in ihrer schriftlichen Antwort. „Investitionen in Sauna-Anlagen wie in Heepen müssen infrage gestellt werden, wenn schon der Betrieb allein deutlich defizitär ist“, sagt BBF-Geschäftsführer Lufen.

„Das Bereitstellen von Saunaanlagen ist kein Auftrag der Daseinsvorsorge. Unsere Kernaufgabe ist es, die Infrastruktur für das Schul- und Vereinsschwimmen bereitzustellen, Freizeitschwimmen zu ermöglichen und Kindern in unserer Stadt das Schwimmen beizubringen.“ Heute würden Saunaanlagen wie in Heepen nicht mehr gebaut, weil sie nicht betriebswirtschaftlich geführt werden könnten.

Vor diesem Hintergrund ist eine Konzentration auf die Saunaanlagen im Ishara und Aquawede aus Sicht der BBF sinnvoll und aus finanzieller Sicht eine verantwortungsbewusste Entscheidung, so das Fazit der Verwaltung.

Geplante Schließung in Bielefeld: Beliebte Heeper Sauna vor dem Aus

Bielefelder SPD will Schließungsplan streichen

Als „nicht nachvollziehbar“ bewertet Selcuk Solmaz, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Heepen, diese Begründungen. Denn „die gesamte BBF arbeitet nie wirtschaftlich, sondern gemeinwohlorientiert“, stellt er klar. „Das ist der Daseinszweck und das Geschäftsmodell dieses kommunalen Unternehmens.“ Solmaz fordert, den Schließungsplan zu streichen.

Ein anderer Heeper Bürger hatte angefragt, ob die Aussage der BBF zutreffe, dass die Sauna des Familienbads im Vergleich zum Sportbad Aquawede nur von durchschnittlich der Hälfte der Bad-Besucher genutzt werde. Er verwies darauf, dass das Sportbad Aquawede längere Öffnungszeiten habe als das Familienbad Heepen.

Die Verwaltung antwortet dazu: „Die Anzahl der Saunabesucher im Aquawede ist fast doppelt so hoch (mit entsprechenden höheren Einnahmen). In Heepen gibt es 62 Öffnungsstunden. Im Aquawede wurden diese aufgrund der hohen Nachfrage auf 74 Stunden erhöht.“

Kommentar: Die Saunafreunde und Bielefelds leere Stadtkasse

Mehr als Tausend Unterschriften gegen die Schließung

1.251 Unterschriften gegen die geplante Schließung hatten die Saunafreunde Heepen an Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher (SPD) und seiner Stellvertreterin Elke Grünewald (CDU) übergeben. Dazu kommen 607 digitale Unterschriften in der noch laufenden Online-Petition (innn.it/saunaheepen).

Mehr zum Thema: Leidenschaftlicher Kampf gegen die Schließung einer Bielefelder Sauna in Heepen

Sternbacher machte deutlich, dass er, seine Stellvertreterin und die Bezirksvertretung die Schließung nicht hinnehmen wollen: „Wir lassen ungern Dinge aus dem Stadtbezirk verschwinden. Ohne Alternativen darf die Sauna nicht zugemacht werden. Alternativen sehe ich aber nicht.“

Am 18. März wird sich der BBF-Aufsichtsrat in nicht öffentlicher Sitzung voraussichtlich mit der Saunaschließung befassen. Die Saunafreunde Heepen hatten im Vorfeld an die Mitglieder des Aufsichtsrates, die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat und Oberbürgermeisterin Christina Bauer (CDU) appelliert, sich für den Fortbestand der „ihrer“ Sauna einzusetzen.

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