Dresden. Die Verkehrssituation oberhalb der ehemals wichtigsten Elbquerung Dresdens ist etwas unübersichtlich. Auf und um den Carolaplatz bewegen sich Fahrradfahrer zwischen Warnbaken, entlang von Zäunen und geleitet von temporären Schildern. Ausgerechnet Dresdens bekanntester Autolobbyist Holger Zastrow macht sich jetzt für die Radler stark und verlangt eine schnelle Lösung.
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In einem Antrag fordert die Stadtratsfraktion Team Zastrow die „Beseitigung der Provisoren im Umfeld der ehemaligen Carolabrücke“ und führt „unnötige Kosten“ als Grund an. Auf Nachfrage räumte der Fraktionschef Holger Zastrow ein, diese für die Miete der Elemente nicht beziffern zu können. „Von eigenen Veranstaltungen weiß ich, dass Baken und Zäune ein riesiger Kostenfaktor sind“, sagte Zastrow. Der Einsturz der Carolabrücke ist mehr als 520 Tage her. Seit kurz nach dem Unglück stehen die Provisorien.
Wir brauchen dringend eine pragmatische Lösung für alle Verkehrsteilnehmer.
Holger Zastrow
Fraktionschef Team Zastrow
Laut dem Antrag soll die Stadt „unverzüglich die provisorische Verkehrsführung (…) durch eine kostengünstige Neuregelung“ ersetzen, bis die neue Carolabrücke steht. Das Umfeld an den Überresten der Brücke sei demnach vorübergehend „mit einer sicheren und städtebaulich sinnvollen Lösung zu gestalten“. Alle Vorschläge seien dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau vorzustellen. „Wir brauchen dringend eine pragmatische Lösung für alle Verkehrsteilnehmer“, sagte Zastrow.
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„Das Ziel, die Baken abzubauen, eint Herrn Zastrow und mich“, sagte Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (Grüne). In der Regel sind die beiden entgegengesetzter Meinung. Später betonte Kühns Amt, die Radverkehrsführung entlang der Köpkestraße sei eine wichtige Verbindung für den Nord-Süd-Verkehr seit dem Wegfall der Carolabrücke. „Besondere Bedeutung hat die Verbindung, wenn Veranstaltungen auf der Hauptstraße dort den Radverkehr ausschließen“, erklärte das Verkehrsamt. Zastrow meinte, eine übersichtlichere Lösung würde Radfahrer motivieren, die Albertstraße statt der Hauptstraße als Route zu nutzen. Da kommt es in seiner Darstellung regelmäßig zu Konflikten zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern.

Dass sich etwas ändern muss, ist auch dem Bürgermeister bewusst. Sein Amt spricht von einem „Defizit“ und suche bereits nach einer Lösung. Ob diese allerdings erneut Baken vorsehen, lassen Kühns Leute noch offen. „Diese Prüfung erfordert noch weitere Untersuchungen verkehrstechnischer und -organisatorischer Art“, so die Begründung. Wann mit einer Lösung zu rechnen ist, bleibt unbeantwortet.
„Den Pinsel schwingt unser Verkehrsbürgermeister doch rege und gerne“, witzelte Zastrow, der Markierungen auch für sinnvoll erachtet. Sollte sich die Behörde für dauerhafte Markierungen entscheiden, sind höhere Bodentemperaturen notwendig. Die Arbeiten könnten also voraussichtlich nicht vor dem 1. April beginnen, teilt Kühns Amt mit.
DNN