Die Zahl der geahndeten Verkehrsverstöße in Düsseldorf steigt stetig an. Mehr als 880.000 Knöllchen hat das Ordnungsamt im vergangenen Jahr geschrieben – das sind im Durchschnitt 2400 jeden Tag. So wurden 550.000 Falschparker und 331.000 Temposünder auf den Straßen erwischt.

Damit wurden zwar ähnlich viele Knöllchen verteilt wie 2024, langfristig zeigt sich aber ein deutlicher Trend. Zahlen aus 2018 belegen: Damals waren es 480.000 Falschparker und 240.000 Tempoverstöße – und somit etwa 160.000 Knöllchen weniger.

Die Stadt führt diesen Trend auf eine „optimierte Kontrollintensität“ zurück, wie Ordnungsdezernent Christian Zaum vor einem Jahr erklärt hatte. Damals waren die Zahlen schlagartig gestiegen – denn im Jahr 2024 wurden unter anderem drei mobile Blitzeranhänger in Betrieb genommen. Zudem hatte die Polizei mehrere Schwerpunktkontrollen durchgeführt.

Ein erheblicher Teil der Tempoverstöße entfällt zudem auf den Kö-Bogen-Tunnel. Erst vor zwei Jahren wurde dort ein Blitzer installiert, was die Zahl der Knöllchen ebenfalls in die Höhe trieb. Mittlerweile kennen viele Düsseldorfer und Pendler die Stelle offenbar. 2024 erwischte der Blitzer fast 72.800 Autofahrer, im vergangenen Jahr waren es 54.000 Temposünder. Der gravierendste Verstoß: 117 Stundenkilometer statt der erlaubten 50 km/h. Der Fahrer bekam ein Bußgeld in Höhe von 700 Euro, ein dreimonatiges Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg, teilte die Stadt mit.

Im Rheinufertunnel wurden im vergangenen Jahr fast 66.000 Temposünder geblitzt (2024: 62.500). Spitzenreiter war ein Autofahrer, der mit 157 Stundenkilometern statt der erlaubten 60 km/h durch den Tunnel raste. Die Strafe: 800 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.

Auf der Autobahn A44 wurden rund 40.300 Verstöße registriert (2024: 43.000). Die höchste gemessene Geschwindigkeit lag bei 204 anstatt der erlaubten 100 Stundenkilometer. Hier lag das Bußgeld bei 700 Euro, zudem bekam der Fahrer ein dreimonatiges Fahrverbot sowie zwei Punkte in Flensburg.

An den zehn weiteren stationären Überwachungsanlagen im Stadtgebiet waren 43.500 Fahrer zu schnell unterwegs (2024: 19.000). Diese Steigerung sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass das Tempolimit auf der Josef-Kardinal-Frings-Brücke Mitte Mai auf 30 km/h verringert wurde.

Ab Juli 2025 hat die Stadt dort zudem erstmals die Gewichtsbeschränkung kontrolliert. Zum Einsatz kommen dabei sogenannte Silhouettenblitzer. Diese stellten im vergangenen Jahr fast 8700 Verstöße fest, davon 4200 stadteinwärts und 4500 stadtauswärts.

Die mobilen Messfahrzeuge werden zudem regelmäßig an 700 möglichen Standorten in Düsseldorf aufgestellt – an Schulwegen, häufigen Unfallstellen, vor Seniorenheimen und Krankenhäusern etwa. Dabei wurden 127.500 Verkehrssünder ertappt (2024: 146.000). Wegen Missachtens roter Ampeln wurden im vergangenen Jahr 12.600 Bußgeldverfahren eingeleitet (2024: 14.000) – davon rund 11.000 allein am Nordstern.

Leicht gestiegen ist die Zahl der Halt- und Parkverstöße in Düsseldorf. 550.000 Parksünder wurden erwischt (2024: 542.500). In einem Großteil der Fälle (240.000) hatten die Fahrer keinen gültigen Parkschein oder überschritten die Höchstparkdauer. 58.000 Mal (2024: 62.000) parkten Autos verbotswidrig auf Geh- und Radwegen, 6500 Mal (2024: 6100) standen Autos unerlaubt auf Behindertenparkplätzen.

Auf Parkplätzen für E-Autos wurden fast 7000 (2024: 6400) unerlaubt abgestellte Fahrzeuge verwarnt und 719 (2024: 635) abgeschleppt. Rund 2000 Autofahrer, die sich unerlaubt auf Car-Sharing-Parkplätze gestellt hatten, bekamen ein Verwarngeld. 93 Autos wurden abgeschleppt.

Insgesamt mussten deutlich mehr Autos abgeschleppt werden, weil sie in Halteverbotszonen, Feuerwehrzufahrten oder auf Schwerbehindertenparkplätzen standen. Das war bei insgesamt 12.300 Wagen der Fall (2024: 11.500).

Der Stadtkasse bringen diese Verkehrsverstöße Einnahmen in Millionenhöhe. 33,6 Millionen Euro werden es nach aktuellen Schätzungen für das Jahr 2025 sein, teilt die Stadt mit. Dem gegenüber stehen im Haushaltsplan aber hohe Ausgaben für Personal und Material, um die Verkehrsverstöße zu ahnden, heißt es. Die Kosten belaufen sich demnach auf 18,6 Millionen Euro.

„Zu schnelles Fahren und Falschparken sind keine Kavaliersdelikte“, sagt Ordnungsdezernent Christian Zaum. „Sie gefährden Menschen direkt im Straßenverkehr oder behindern Rettungseinsätze, wenn Feuerwehrzufahrten zugeparkt werden.“ Die hohen Fallzahlen zeigten, wie wichtig die Verfolgung dieser Verstöße sei.