TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Chemnitz – Ein blickdichter Zaun, um Kinder vor der kranken Welt Erwachsener zu bewahren: In der Chemnitzer Kita „Kinderlachen“ ist ein solcher Sichtschutz errichtet worden. Der Bau war nötig, weil sich an dem ursprünglich freimaschigeren Gitterstabzaun mehrfach Exhibitionisten vor den Augen der Kleinen entblößt hatten.

Laut Polizei gab es allein in den letzten drei Monaten drei Verdachtsfälle. Tatort war immer wieder die gleiche Stelle in Chemnitz: der Gitterzaun, der den Gartenspielbereich der städtischen Kita von einer Skateboardanlage am Rande eines Parks abgrenzt. Am 28. November habe ein Mann die Kinder gerufen und „sein unbedecktes Geschlechtsteil vor den Kindern entblößt“, erklärt Polizeisprecherin Doreen Stein.

Der Zaun befindet sich direkt an der Skater-Anlage. Teile des Kita-Gartens wurden präventiv gesperrt

Der Zaun befindet sich direkt an der Skater-Anlage. Teile des Kita-Gartens wurden präventiv gesperrt

Foto: Johannes Proft

Sichtschutz erweitert, Garten teilweise gesperrt

Schon am 18. Dezember habe es einen weiteren Fall gegeben. Beide Täter flüchteten. Daraufhin wurde laut Antje Becher von der Pressestelle der Stadt Chemnitz (Sachsen) „der entsprechende Bereich im Garten durch die Kita gesperrt. Der Sichtschutz wurde erweitert.“ Offenbar jedoch nicht ausreichend, denn trotzdem gab es am 3. Februar wieder Aufregung am Zaun: Ein Mann ließ die Hose runter. Wahrscheinlich wollte er jedoch nur an unpassender Stelle seine Notdurft verrichten. Wie das Internetportal tag24 berichtete, reagierte die Kita-Leitung, wies in Eltern-Mails auf die Thematik hin.

Verantwortlich für die städtischen Kitas: Gunda Georgi, die Leiterin des Chemnitzer Jugendamtes

Verantwortlich für die städtischen Kitas: Gunda Georgi, die Leiterin des Chemnitzer Jugendamtes

Foto: Harry Haertel

Auch die angrenzende Darwin-Grundschule, die ihren Hort mit in den Räumen der Kita betreibt, will ihre Schüler für das Thema sensibilisieren: „Es ist vorgesehen, nach den Winterferien auch alle anderen Eltern der Darwin-Grundschule über den Vorfall unter Einbeziehung externer, professioneller Partner, wie Polizei, zu informieren“, versichert Clemens Arndt, der Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung.

Auch Videoüberwachung ein Thema

Die Polizei will das Objekt nun verstärkt ins Visier nehmen. Wer Verdächtiges im Bereich von Schulen, Kindertagesstätten oder auch Spielplätzen bemerkt, soll umgehend die Polizei rufen. Kann eine Videoüberwachung Abhilfe bringen? Ganz abwegig scheint die Idee nicht: „Bisher wird keine kommunale Kindertageseinrichtung per Video überwacht“, sagt Antje Becher. Aber: „Ein Termin mit der Datenschutzbeauftragten der Stadt Chemnitz ist anberaumt.“