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Tokio – Rund 14 Stunden beträgt die normale Flugzeit von der japanischen Hauptstadt nach Frankfurt/Main. Doch die 151 Passagiere und 13 Crewmitglieder des All Nippon Airways (ANA) Fluges NH223 waren 14 Stunden nach dem Take-off wieder dort, wo sie gestartet waren: Ihr Langstreckenflug brachte sie von Tokio nach Tokio.

Flug NH223 war um 10.55 Uhr Ortszeit am Airport Tokio-Haneda abgehoben. Die Flugroute führte über die nördlichen Polarregionen Richtung Europa. Doch nach etwa sechs Stunden in der Luft flog die Boeing 787-9 Dreamliner (bis zu 246 Sitzplätze) plötzlich eine scharfe 180-Grad-Kurve. Kehrtwende kurz hinter der Küste von Alaska und mitten über dem Eismeer. Neues Ziel? Statt nach Frankfurt sollte es zurück nach Japan gehen.

Nach etwa sechs Stunden Flugzeit drehte die Maschine um und steuerte zurück nach Japan – auf Flightradar ist die Kehrtwende deutlich zu sehen

Nach etwa sechs Stunden Flugzeit drehte die Maschine um und steuerte zurück nach Japan – auf Flightradar ist die Kehrtwende deutlich zu sehen

Foto: flightradar

Ölstand im Triebwerk sank ab

Die Airline wertet den Vorfall als „Verspätung“. Grund für die Rückkehr zum Flughafen seien „Wartungsarbeiten am Flugzeug“, so ANA. Gegenüber japanischen Medien soll ANA erklärt haben, der Rückgang des Triebwerksöls sei der Auslöser gewesen. Der Ölstand wird normalerweise am Boden geprüft, kann aber auch über die Cockpitinstrumente überwacht werden.

Auffällig ist: Ein alternativer Flughafen entlang der Route wurde nicht angesteuert – obwohl es mehrere geeignete Orte für eine Zwischen- oder Notlandung gegeben hätte, etwa in Alaska, Kanada oder Russland. Stattdessen ordnete das Airline-Management den Heimflug nach Japan an.

Nach etwa sechs Stunden Flugzeit drehte die Maschine um und steuerte zurück nach Japan – auf Flightradar ist die Kehrtwende deutlich zu sehen

Nach rund 14 Stunden Flug setzte die Maschine wieder in Tokio-Haneda auf

Foto: flightradar

10.000 Kilometer langer Rundflug

Nach rund 10.000 Kilometern und rund 14 Stunden Flugzeit landete die Maschine schließlich wieder in Tokio. Von der Airline gibt es bislang keine Erklärung – lediglich eine knappe Entschuldigung für „etwaige Unannehmlichkeiten“.

Grundsätzlich gilt jedoch: Viele Fluggesellschaften kehren im Zweifel lieber zum Abflughafen zurück, wenn dies sicher und logistisch sinnvoll ist. Als ANA-Heimatflughafen bietet Tokio-Haneda, einer der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt, alle Möglichkeiten der Wartung und als Ersatz für defekte Maschinen bereitstehende Flugzeuge.