Nach Angaben des ISW setzten russische Streitkräfte ihre Offensive unter anderem im Norden und Nordosten der Region Charkiw fort, konnten jedoch keine weiteren Fortschritte erzielen. Ein Militärblogger, der nach eigenen Angaben den russischen Streitkräften im Norden der Front angehört, behauptete laut ISW, ukrainische Streitkräfte hätten in der Nähe von Vilcha nordöstlich von Charkiw einen Gegenangriff gestartet. Ein Offizier einer ukrainischen Brigade, die im Norden der Oblast Charkiw operiert, teilte mit, die russischen Streitkräfte würden zwar Personal für weitere Angriffe zusammenziehen, doch die ukrainischen Streitkräfte hätten die Kontrolle über die russischen Bodenverbindungslinien.

Des Weiteren setzen russische Streitkräfte dem ISW zufolge ihre Offensive in Richtung Kupjansk fort, in der Nähe von Kupjansk selbst sowie südlich und südöstlich der Stadt. Fortschritte blieben auch hier aus. Gleiches gilt für die russische Offensive südlich und südöstlich von Borowa. Angriffe von russischer Seite meldete das ISW zudem in der Nähe und innerhalb von Lyman sowie östlich von Slowjansk.

Die Bilanz: Mitte Februar kontrollierte Moskau 19,5 Prozent des ukrainischen Territoriums ganz oder teilweise, gegenüber 18,6 Prozent ein Jahr zuvor. Rund sieben Prozent – die Krim und ein Teil des Donbass – standen bereits vor Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 unter russischer Kontrolle.

Neben den Kämpfen an der Front halten auch die Angriffe aus der Luft weiter an: In der Region Sumy im Norden der Ukraine wurde eine 68-jährige Frau bei einem russischen Drohnenangriff getötet, wie die regionale Staatsanwaltschaft mitteilte. Ihre beiden 7 und 15 Jahre alten Enkel sowie deren Eltern seien verletzt worden. Außerdem wurden den Angaben nach eine Frau und ein Mann im Nachbarhaus verletzt.

In der ukrainischen Hafenstadt Odessa wurden Militärverwaltungschef Serhij Lyssak zufolge drei Menschen verletzt, einer davon schwer. In der Nacht sei in der Stadt am Schwarzen Meer sechsmal Luftalarm ausgelöst worden, schrieb er auf Telegram. Infrastrukturobjekte und zivile Gebäude seien beschädigt worden. Dem Stromversorger DTEK zufolge trafen russische Angriffe erneut die Energieversorgung der Region Odessa. Die Zerstörungen seien außerordentlich schwerwiegend und die Reparatur werde lange Zeit benötigen, teilte der Versorger mit, ohne Details zu nennen. Auch in Dnipro gab es laut Behördenangaben Feuer infolge russischer Angriffe.