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Putlos (Schleswig-Holstein) – Panzer rollen, Landungsboote fahren auf, Kämpfer stürmen an Land: Die Nato hat am Morgen ihre größte Militärübung des Jahres an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gestartet. Bei der amphibischen Landeoperation „Steadfast Dart 26“ brachten die Bündnispartner Verstärkungskräfte der sogenannten Allied Reaction Force (ARF) – der „Speerspitze der Nato“ – über den Truppenübungsplatz Putlos unweit der Insel Fehmarn an Land.
Zunächst rückten Taucher und Spezialkräfte vor, anschließend folgten die Landungsboote. Ziel: Zeigen, wie sich Truppen aus dem Süden Europas rasch Richtung Ostflanke verschieben lassen. Besonderheit: Die Übung findet ohne direkte Beteiligung der USA statt.

Bundeswehr-Soldaten sichern bei der Übung die Küste, im Hintergrund sind Militärschiffe zu sehen
Foto: Christian Charisius/dpa
15 Schiffe bringen Streitkräfte an Land
Für die Landeoperation waren 15 Schiffe mit 2600 Soldaten im Einsatz. Am gesamten Manöver sind rund 10.000 Einsatzkräfte, mehr als 1500 Fahrzeuge und 17 Schiffe aus 13 Nationen beteiligt. Die größten Beiträge kommen aus südeuropäischen Ländern wie der Türkei und Spanien sowie Italien und Griechenland.

Amphibische Militärfahrzeuge an der Ostseeküste in Putlos
Foto: Fabian Bimmer/REUTERS

Soldaten seilen sich bei der Übung aus einem Hubschrauber ab
Foto: Fabian Bimmer/REUTERS
Unter den Beobachtern war auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD). Er will sich später zusammen mit dem deutschen Nato-General Ingo Gerhartz (60) äußern.

Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, 3.v.l.) machte sich vor Ort ein Bild von der Übung
Foto: Fabian Bimmer/Fabian Bimmer/Reuters/Pool/dpa
Gerhartz kommandiert Verteidigung Mitteleuropas
Gerhartz führt vom niederländischen Brunssum aus das operative Hauptquartier („Allied Joint Force Command“). Das Kommando verantwortet die Verteidigung Mitteleuropas – von der Atlantikküste bis an die Ostgrenze der Nato.
Die ARF soll im Ernstfall – also etwa bei einem Angriff von außen auf die Nato oder einer humanitären Katastrophe – binnen zehn Tagen 40.000 Soldaten in den Einsatz bringen. Die Entscheidung dafür muss der Nordatlantikrat der Nato treffen.