
Das begrenzte Goldangebot unterscheidet das Edelmetall von vielen anderen Rohstoffen.
Georg Hochmuth/APA/AFP/Getty Images
Die Goldrallye bedeutet laut Goldman Sachs keinen Beginn eines Rohstoff-Superzyklus.
Käufe von Zentralbanken, Zinssenkungen der Fed und hohe Nachfrage nach Call-Optionen treiben den Goldpreis.
Anders als Gold können viele andere Rohstoffe ihre Produktion bei steigenden Preisen ausweiten.
Die starke Rally beim Gold ist laut Goldman Sachs kein Hinweis darauf, dass ein breiter Rohstoffboom bevorsteht.
Das Edelmetall befindet sich auf Rekordkurs und stieg Ende vergangenen Monats zeitweise über 5500 US-Dollar (etwa 5060 Euro) je Feinunze, bevor es wieder etwas nachgab. Der Spotpreis für Gold lag am Sonntag um 22:53 Uhr ET bei rund 4993 (etwa 5490 Euro) US-Dollar je Feinunze — ein Plus von etwa 17 Prozent in diesem Jahr.
„Wir erwarten keinen Superzyklus, bei dem die Preise einfach immer weiter steigen“, sagte Lina Thomas, leitende Rohstoffanalystin bei Goldman Sachs, im Podcast „The Markets“.
Das gilt, obwohl die Bank weiterhin positiv auf Gold blickt. „Wir bleiben bullish für Gold“, sagte Thomas und ergänzte, dass Goldman bis Ende 2026 einen Preis von 5400 US-Dollar (etwa 4970 Euro) erwarte.
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Der Goldanstieg spiegele eine Mischung aus struktureller Nachfrage und taktischen Kapitalflüssen wider.
Zentralbanken hätten Gold als Absicherung gegen geopolitische und finanzielle Risiken verstärkt gekauft. Gleichzeitig hätten Zinssenkungen der Federal Reserve die Opportunitätskosten für das Halten nicht verzinslicher Anlagen wie Gold gesenkt.
Thomas verwies zudem auf den sogenannten „Debasement Trade“ — also Sorgen von Investoren über die Staatsfinanzen westlicher Volkswirtschaften — als wichtigen Nachfragetreiber.
Dieses Thema habe auch den Optionsmarkt erreicht. Investoren kauften zunehmend Gold-Call-Optionen, die ihnen das Recht geben, Gold-ETFs künftig zu einem festgelegten Preis zu erwerben. Wenn solche Wetten zunehmen, kaufen Banken und Händler, die diese Kontrakte verkauft haben, häufig selbst Gold zur Absicherung — was die Rally zusätzlich beschleunigen kann.
Der gleiche Mechanismus könne allerdings auch Rückgänge verstärken.
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Kein Rohstoff-Superzyklus beim Gold
Trotz der Stärke beim Gold sieht Goldman Sachs nicht die Voraussetzungen für einen lang anhaltenden, breit angelegten Rohstoff-Superzyklus.
„Gold ist etwas, das man nicht einfach hochfahren kann. Es lässt sich nicht skalieren. Die Produktion ist stark begrenzt“, sagte Thomas.
Andere Rohstoffe hätten diese Einschränkungen nicht. Steigende Preise etwa bei Kupfer führten typischerweise zu einer Ausweitung der Produktion.
Diese Angebotsreaktion mache es für Industriemetalle schwieriger, dauerhaft steigende Preise zu halten — selbst wenn Regierungen und Investoren zunehmend darauf achten, sich wichtige Rohstoffe zu sichern.
Silber zeigte sich derweil deutlich volatiler. Thomas bezeichnete die jüngsten Schwankungen des Metalls als „Liquiditätsengpass-Story“, die sich auf London konzentriere — wo globale Referenzpreise für Edelmetalle festgelegt werden.
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Etwa die Hälfte des in London gelagerten Silbers sei bereits gebunden, und das verfügbare Angebot sei geschrumpft, nachdem Händler vor möglichen Zöllen Metall in die USA verlagert hätten.
Bei sinkendem handelbarem Angebot und gleichzeitig steigender Investorennachfrage hätten die Preise stark geschwankt. Goldman Sachs erwartet nicht, dass diese Volatilität kurzfristig nachlässt.
Der Spotpreis für Silber lag zuletzt bei rund 75,40 US-Dollar (etwa 69,40 Euro) je Unze — deutlich unter dem Allzeithoch von über 121 US-Dollar (etwa 111,30 Euro) je Unze Ende Januar.
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