Bielefeld. Die Bezirksvertretung Heepen hat in ihrer nächsten Sitzung ein Thema auf der Agenda, das viele Anwohner, Eltern und Lehrkräfte seit Jahren bewegt: die Verkehrssituation rund um die Grundschule Am Homersen und die Kitas Nestwerk und Heeper Strolche.

Das Amt für Verkehr hat dafür eine umfangreiche Beschlussvorlage vorgelegt. Deren Kernpunkt: Sechs konkrete Bausteine sollen das morgendliche und mittägliche Verkehrschaos am Rüggesiek ordnen und die Sicherheit für Kinder deutlich erhöhen. Die geschätzten Kosten der einzelnen Maßnahmen liegen bei insgesamt rund 250.000 Euro. Die Probleme sind nicht neu. Seit geraumer Zeit berichteten Anwohner von täglichen Staus, blockierten Ausfahrten und riskanten Wendemanövern. Autos stauten sich vor Schule und Kitas, manche Fahrer parkten im Halteverbot oder in zweiter Reihe.

Ein Anwohner schilderte gegenüber der NW, dass Eltern ihre Fahrzeuge 15 bis 20 Minuten auf der Straße stehen ließen – „um Abschiedszeremonien zu halten“. Wer sie darauf anspreche, habe mitunter nur ein „Kümmer dich um deinen eigenen Kram“ zu hören bekommen – entsprechend wollte der Heeper auch namentlich nicht genannt werden. Auch die Politik hat den Handlungsbedarf erkannt. Der Heeper SPD-Vorsitzende Selcuk Solmaz sprach von „Spannungen zwischen Anwohnern und Eltern“. Ein komplettes Parkverbot hielt er allerdings für keine Lösung.

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Ausbau der Grundschule wird die Lage noch verschärfen

Inzwischen kommt allerdings noch ein weiterer Faktor hinzu: Der Erweiterungsbau der Grundschule wird für steigende Schülerzahlen sorgen, was die „aktuell schon verkehrsunsichere Situation für Zufußgehende und Radfahrende“ weiter verschärfe, wie es in der Vorlage des Amtes für Verkehr heißt.

Um „die Verkehrssicherheit der besonders schützenswerten Gruppen“ von Schülern und Kita-Kindern zu gewährleisten, soll nun ein Gesamtpaket aus sechs Bausteinen für mehr Ordnung sorgen. Die Verwaltung betont allerdings, dass die Maßnahmen auch einzeln beschlossen werden können:

1. Umbau Amtmann-Bullrich-Straße/Rüggesiek

Der Einmündungsbereich soll baulich so verändert werden, dass langsamer abgebogen wird. Gehwege erhalten eine taktile Führung, Flächen werden teilweise entsiegelt und begrünt. Auch das Überfahren des Gehwegs vom nahe gelegenen Supermarkt aus soll unterbunden werden.

2. Salzufler Straße

Auch hier werden Einmündungen umgestaltet, barrierefrei ausgebaut und durch bauliche Veränderungen Abbiegegeschwindigkeiten reduziert.

3. Busbucht und Einmündung „An den Eichen“

Die Busbucht wird neu geordnet, der Straßenraum freundlicher gestaltet. Ziel ist eine klarere Verkehrsführung und weniger Wendemanöver direkt vor der Schule.

4. Knotenpunkt Rüggesiek / Am Flößergraben

Im Bereich der Kita Nestwerk wird aufgepflastert und ein platzartiger Zugang geschaffen. Das soll Tempo herausnehmen und die Übersicht verbessern.

5. Querungspunkt Friedrich-Otto-Schott-Straße

Ein neuer, deutlich sichtbarer Übergang soll das Überqueren sicherer machen. Zusätzlich ist eine Sperre mit herausnehmbarem Poller geplant. Sie soll den Durchgangsverkehr im stark belasteten Abschnitt zwischen Hausnummer 31 und 59 reduzieren.

6. Weitere Querungspunkte am Rüggesiek

Bestehende und neue Übergänge werden baulich hervorgehoben, um klare und sichere Querungsmöglichkeiten zu schaffen.

„Durch die Umsetzung aller Bausteine kann eine sicherere Verkehrsführung für Schülerinnen und Schüler vor den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen gewährleistet werden“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Stadtweites Konzept für mehr Sicherheit an Grundschulen

Die Pläne für die Heeper Grundschule und die beiden Kitas stehen derweil nicht isoliert. Im vergangenen Jahr startete die Stadt unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Schulwegsicherheit“ eine Online-Befragung an 18 Grundschulen – darunter auch die Grundschule Am Homersen. Amtsleiter Olaf Lewald erklärte damals: „Schon kleine Hinweise können große Wirkung entfalten.“ Die Rückmeldungen von Eltern, Lehrkräften und Anwohnern sollten in Verkehrsgutachten und konkrete Konzepte münden. Die nun vorliegende Beschlussvorlage für die Grundschule im Stadtbezirk Heepen ist ein Teil dieser Strategie.

Lesen Sie auch: Diese Bielefelder Grundschule wird ausgebaut

Für die sechs Teilmaßnahmen veranschlagt die Verwaltung insgesamt rund 250.000 Euro. Die Mittel sind im Haushaltsplan 2027 vorgesehen, könnten bei entsprechender Priorisierung aber auch schon 2026 bereitgestellt werden. Hinzu kommen jährliche Folgekosten für Unterhaltung und Abschreibungen.

Diskutiert und möglicherweise auch beschlossen werden die Maßnahmen in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Heepen am Donnerstag, 19. Februar, ab 18 Uhr in der Mensa des Schulzentrums Heepen.