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Bonn (NRW) – Es war ein Sommerabend, am 27. Juli des vergangenen Jahres. Gegen 19.30 Uhr war eine Joggerin (46) auf einem Waldweg bei Bornheim (NRW) unterwegs, als sich ein Radfahrer von hinten näherte – der rumänische Erntehelfer Vale-Avram B. Am Mittwoch stand er wegen Vergewaltigung vor dem Bonner Landgericht.

Seit zwei Monaten hatte der Rumäne damals bei der Spitzkohlernte in Deutschland geholfen, als er der Joggerin hinterherfuhr. Laut Anklage überholte er die Frau, stoppte und sprach sie an. Als die Joggerin weiterlaufen wollte, soll er sie gepackt und umklammert haben. Weil die Frau nach Hilfe rief, soll er zu ihr im gebrochenen Deutsch „leise sein, sonst kaputt“ gesagt haben.

Er drohte der Frau mit dem Tod

Er soll seinem Opfer dann Mund und Nase zugehalten und mit einer Geste am Hals signalisiert haben, dass er die Frau umbringen würde, wenn sie sich wehren sollte. Anschließend soll er sie in den Wald gezogen haben, wo er sie laut Anklage vergewaltigte. Nach der Tat soll er die Frau erneut bedroht und aufgefordert haben, nicht zur Polizei zu gehen.

Mehrere Zeugen gaben an, gesehen zu haben, wie er mit seinem Fahrrad nach der Tat flüchtete. Trotz der Fahndung der Polizei gelang ihm die Flucht in seine Heimat, wo er allerdings von der rumänischen Polizei am 2. August 2025 festgenommen wurde. Drei Wochen später wurde er nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seitdem in U-Haft.

Der Prozess fand vor dem Landgericht Bonn statt

Der Prozess am Mittwoch fand vor dem Landgericht Bonn statt

Foto: Thomas Banneyer/dpa

Täter gestand die Vergewaltigung

Am ersten Verhandlungstag gab Vale-Avram über seinen Anwalt an, zwei Tage vor der Tat betrunken einen Verkehrsunfall mit dem Wagen seines Arbeitsgebers verursacht zu haben. Deswegen sei er von dem Landwirt entlassen worden und habe nach Rumänien zurückkehren müssen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestand er anschließend die Vergewaltigung.

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„Meine Mandantin leidet furchtbar unter der Tat“, sagt Roberto Triscari, der Anwalt des Opfers. „Sie ist bis heute traumatisiert und erhofft sich, durch das Verfahren zumindest juristisch abschließen zu können.“ Der Prozess gegen den Rumänen wird fortgesetzt.