Mit dem Aschermittwoch ist ja – zumindest für die Jecken – alles vorbei. Fürs Erste jedenfalls. Dafür beginnt an diesem Tag mit der Fastenzeit auch etwas Neues: die traditionelle Phase der Besinnung und des Verzichtes. Sie gilt als Vorbereitung auf das Osterfest, dauert 40 Tage bis zum Karsamstag. Und wird inzwischen auch von protestantischen Gemeinden intensiver wahrgenommen als noch vor einigen Jahrzehnten.

Traditionell wird auf Fleisch, Alkohol oder insgesamt auf tierische Produkte verzichtet. Hinzu kommt heute der Verzicht auf Luxusgüter, Süßigkeiten und Kaffee. Andere interpretieren die Zeit der Besinnung auch so, dass Fernsehen oder Social Media für diese Zeit eingeschränkt oder aufgegeben werden sollen. Es geht beim religiös motivierten Fasten nicht etwa um Diäten oder eine gesündere Lebensweise, obwohl dies positive Nebeneffekte sein können, die damit einhergehen, sondern vor allem ums Innehalten und um Reflexion.

Um diese Zeit etwas einfacher zu machen und den Zusammenhalt der Gläubigen zu stärken, bieten die evangelischen und katholischen Gemeinden in Düsseldorf zahlreiche Aktionen. Der Aschermittwoch, der traditionelle Anfang der Fastenzeit, beginnt damit, dass in den katholischen sowie einigen evangelischen Gemeinden das Aschenkreuz ausgegeben wird. Eine Handlung, die dem Tag seinen Namen verleiht. Dabei wird den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn gezeichnet. Diese Asche besteht aus den verbrannten Palmzweigen vom Palmsonntag des Vorjahres und soll signalisieren, dass Altes vergehen muss, damit Neues entstehen kann. Es ist auch ein Zeichen für die Vergänglichkeit des irdischen Lebens.

Ein wichtiger Teil der Passionszeit sind die Kreuzwegandachten. Ein Gebet an 14 Stationen, bei dem die Gläubigen den Leidensweg Jesu Christi von der Verurteilung bis zur Grablegung meditativ nachgehen, um sein Opfer für die Menschheit besser zu begreifen. In der katholischen Gemeinde in Hamm/Flehe, St. Bonifatius, wird ab dem heutigen Donnerstag regelmäßig der Kreuzweg gebetet. Immer donnerstags um 18 Uhr in St. Blasius, Hammer Dorfstraße 121, sowie freitags um 18 Uhr in der Kirche der Schmerzreichen Mutter in der Hött 26. Auch in anderen Stadtteilen, darunter Pempelfort (St. Adolfus) und Urdenbach (Herz Jesu und St. Cäcilia), gibt es dazu von dieser Woche an Angebote.

Zu Fastenandachten in der Luther- Kirchengemeinde lädt Pfarrerin Anja Valentin ein. Im Anschluss an die Andachten gibt es bei einer Tasse Tee die Gelegenheit, sich über das Fasten auszutauschen. Es findet jeden Donnerstag um 18.30 Uhr (19. und 26. Februar, 5., 12., 19. und 26. März) sowie Mittwoch, 1. April, im Joachim-Beckmann-Saal, Johannes -Weyer -Straße 7, statt.

Gebete und Gebetsgruppen sind darüber hinaus ein zentraler Bestandteil der mehrwöchigen Fastenzeit. Für die ökumenische Fastengruppe der evangelischen Mirjam-Kirchengemeinde ist seit über zwölf Jahren die wöchentliche Fastengruppe im „Gurkenland“ Tradition. In Kleingruppen von etwa zehn bis 15 Personen wird über biblische Themen geredet und über den Fastenkalender nachgedacht. Die Treffen sind ab dem 18. Februar immer mittwochs um 15.45 Uhr im Familienzentrum Am Schabernack 3.

Der Gesprächs- und Gebetskreis in der Neanderkirche wird an sieben Abenden in der Passionszeit angeboten. Jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr ist Zeit für Gespräche, zum Zuhören und für den Austausch über religiöse und zwischenmenschliche Themen. Die Termine der Veranstaltungen in der Neanderkirche, Bolkerstraße 35, sind am 17. und 24. Februar, sowie am 3., 10., 17., 24. und am 31. März.

Die Katholiken bieten das bei vielen Gläubigen beliebte Taizé-Gebet in der Fastenzeit in Pempelfort an. Das in Frankreich als Friedensprojekt gegründete Gebet von Taizé motiviert insbesondere Jugendliche auf der ganzen Welt durch seine meditativen Gesänge und die verbindende Kraft der Stille. Es ist ein moderner Weg, durch Gebet und Gesang gemeinsam Spiritualität zu erleben. In dieser Zeit der Besinnung findet das Taizé-Gebet ökumenisch und wöchentlich im Wechsel zwischen den Kirchen St. Adolfus, Kaiserswerther Straße 60, und der Kreuzkirche, Collenbachstraße 10, statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Die Termine sind: 20. Februar in St. Adolfus, 27. Februar in der Kreuzkirche, 6. März in St. Adolfus, 13. und 20. März in der Kreuzkirche sowie am 27. März und 3. April in St. Adolfus.

Auch in diesem Jahr gibt es ein Angebot speziell für Frauen: die evangelische Kirchengemeinde in Gerresheim setzt auf gegenseitige Unterstützung beim eigenverantwortlichen Fasten. Das Programm ist vielfältig. Neben thematischen Abenden mit Pfarrerin Karin Oehlmann steht auch ein Tanzabend mit Martina Krannich auf dem Plan. Besonders Interessierte können Aufbautage im „Haus der Stille“ in Regensdorf zusammen verbringen. Die Treffen der Frauen sind am Montag, 2. März, bis Donnerstag, 12. März, jeweils um 18 Uhr.