Pathologischer Befund
Woran starb Giraffe Jamila?
18.02.2026 – 16:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Giraffe Jamila im Erlebnis-Zoo Hannover: Sie stürzte in der Innenanlage folgenschwer. (Quelle: L. Ullrich/Thomas Henneboehle/Erlebnis-Zoo Hannover)
Der Schock im Zoo Hannover sitzt noch tief: Am Montag stürzte eine Giraffe und starb. Der Verdacht eines Genickbruchs bestätigt sich laut erster Untersuchung nicht.
Giraffe Jamila starb vermutlich an Herzkreislaufversagen. Das ist das Ergebnis eines ersten pathologischen Befundes, teilt der Erlebnis-Zoo Hannover mit. Dort war am Montag eine Giraffenkuh in der Innenanlage gestürzt und hatte sich mit einem Horn verfangen. Jamila konnte nicht mehr geholfen werden, Tierärzte hatten nur noch ihren Tod feststellen können. Der Zoo spricht von einem „tragischen Unfall“.
Die Giraffenkuh wird weiter in der Pathologie der Tierärztlichen Hochschule untersucht. Weitere Ergebnisse stünden noch aus, so der Zoo.
„Wir sind noch immer schockiert, es muss alles sehr schnell gegangen sein“, berichtete der Zoologische Leiter, Klaus Brunsing. Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff sagte: „Wir sind tief betroffen und traurig und es braucht noch Zeit, bis wir alles verarbeitet haben.“ Einen derartigen Unfall habe es bei den Giraffen in Hannover noch nicht gegeben.
Den Tod von Jamila nimmt derweil die Tierrechtsorganisation zum Anlass, ein Ende der Giraffenhaltung zu fordern. Mehr als 45 Giraffen seien der Organisation zufolge zwischen 2007 und 2026 in deutschen Zoos verfrüht gestorben. „Sie sind meist ausgerutscht und dabei tödlich verunglückt oder haben Narkosen bei Operationen oder Untersuchungen nicht überlebt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Tierrechtsorganisation will erreichen, dass Zoos Giraffen nicht mehr importieren oder nachzüchten.
„Der aktuelle Fall in Hannover zeigt erneut: Die empfindlichen Giraffen können in Gefangenschaft nicht tiergerecht gehalten werden und haben nichts im Zoo zu suchen“, so Biologin Dr. Yvonne Würz von Peta. „Auswilderungen aus deutschen Zoos finden nicht statt, weshalb auch das Argument des Artenschutzes nicht zählt.“