Andrea Jaissle (rechts) unterstützt Mütter im Alltag. Eine große Hilfe ist oft schon, wenn einem jemand mal das Baby abnimmt. Foto: Beate Grünewald
Andrea Jaissle unterstützt Mütter in Stuttgart und Umgebung im Wochenbett. Mütterhilfe benötigen viele Frauen dringend – aber nicht alle bekommen sie bewilligt.
Andrea Jaissle nimmt das zwei Monate alte Baby auf den Arm, trägt es zum Wickeltisch und wechselt seine Hose. Die Mütterpflegerin spricht liebevoll mit dem Kleinen, bewegt sich mit ihm ungezwungen durch die Wohnung am Stuttgarter Marienplatz, bis er auf ihrem Arm einschläft. Aus der Küche duftet es nach Gemüsesuppe, die die 37-Jährige vorbereitet hat. Chiara Zenoni, die Mutter des Babys, kommt derweil frisch geduscht aus dem Badezimmer: „Ich habe schon auf Andrea gewartet, damit ich mal wieder meine Haare waschen kann“, sagt sie zufrieden. Denn die dreifache Mutter schafft es oft nicht einmal, sich selbst dieses einfache Grundbedürfnis zu erfüllen, weil die Anliegen ihrer Familie meist dazwischen kommen. Ihr Mann arbeitet, sie hat keine familiäre Unterstützung in der Nähe – und ihren fünfjährigen Sohn sowie die vierjährige Tochter holt sie mittags aus dem Kindergarten ab. Eine chronische Darmerkrankung belastet sie zusätzlich.
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