Kurzfassung des Artikels:
- Im Raum Hamburg arbeitet die Stadt Quickborn Anfang 2026 vehement an einem neuen A7-Anschluss zwischen Quickborn-Heide und Hamburg-Schnelsen und bringt dafür eine Anschlussstelle in Norderstedt ins Gespräch.
- Norderstedt kritisiert, dass ein routinemäßiger Austausch mit Quickborn „instrumentalisiert“ werde, und betont, dass es in der Stadtpolitik keine Anfragen, Anträge oder Aufträge zum Autobahnanschluss gibt.
- Die Gemeinde Hasloh zeigt großes Interesse an den Gesprächen, lehnt eine Anbindung durch den Hasloher Ortskern ab und will sich nur bei positiven Signalen aus Norderstedt weiter mit der Thematik befassen.
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Die Stadt Quickborn arbeitet Anfang 2026 vehement an einem neuen Anschluss zur A7 zwischen Quickborn-Heide und Hamburg-Schnelsen. Dabei spricht man sich für eine neue Anschlussstelle vor den Toren Hamburgs in Norderstedt aus. Im Februar hat es diesbezüglich einen erneuten Austausch zwischen den beiden Nachbarstädten gegeben. Zu dem mit Spannung erwarteten Treffen wollen sich beide Seiten jedoch nicht äußern. Stattdessen kritisiert Norderstedt das Vorgehen Quickborns.
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Quickborn forciert A7-Anschluss bei Hamburg
Sehr offensiv hat sich die Stadt Quickborn zuletzt über einen möglichen neuen Anschluss zur Autobahn 7 im Hamburger Umland geäußert. Auslöser dafür war ein Treffen im Januar zwischen Verwaltung, CDU Quickborn, dem Bundestagsabgeordneten Daniel Kölbl (CDU) und Vertretern der Autobahn GmbH. Dabei wurde eine potenzielle Anschlussstelle zwischen Norderstedt und Hasloh als erste Option benannt.
Die A7 zwischen Quickborn und Hamburg. Kann hier eine neue Anschlussstelle gebaut werden?
Foto: Jonas Altwein
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In die öffentliche Diskussion schaltete sich wenig später auch der Landtagspolitiker Patrick Pender (CDU) ein, der die Stadt Norderstedt in Kiel vertritt und einen A7-Anschluss in Norderstedt ebenfalls befürwortet.
A7-Anschluss in Norderstedts Politik weiter kein Thema
In Norderstedt selbst steht das Thema weder in der Politik noch in der Verwaltung auf der Tagesordnung. Daran habe sich auch Mitte Februar nichts geändert, wie Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek auf erneute Nachfrage unserer Redaktion mitteilt. „Aus der Norderstedter Stadtpolitik gibt es in Sachen Autobahnanschluss keine Anfragen, Anträge oder Aufträge an die Norderstedter Verwaltung“, so Struppek.
Wieso Norderstedt Quickborns Vorgehen kritisiert
Was Rückfragen zum jüngsten Gesprächstermin mit der Stadt Quickborn angeht, der bereits am 12. Februar stattgefunden hat, will man weder in Quickborn noch in Norderstedt ins Detail gehen. Allerdings äußert man sich in Norderstedt kritisch zur öffentlichen Vorgehensweise aus der Nachbarschaft. „Aus Sicht der Stadt Norderstedt ist es verwunderlich, dass ein routinemäßig stattfindender Austausch zwischen der Stadt Quickborn und der Stadt Norderstedt im Sinne der interkommunalen Zusammenarbeit ‚instrumentalisiert‘ wird“, antwortet Struppek.
Gespräche zur A7-Anschlussstelle sollen vertraulich bleiben
Das Thema A7 sei nur eines von vielen Gesprächsinhalten während des genannten Austausches gewesen. Zu keinem der besprochenen Themen wolle man sich jedoch öffentlich äußern. „Nach Meinung der Stadt Norderstedt ist Vertraulichkeit zwischen den Gesprächspartnern eine grundlegende Voraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit“, so der Stadtsprecher abschließend.
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A7-Anschluss: Hasloh wartet auf Signale aus Norderstedt
Großes Interesse an den Gesprächsinhalten zwischen Norderstedt und Quickborn hat die Gemeinde Hasloh. Bürgermeister Kay Löhr hatte sich zuletzt kritisch zu den A7-Plänen Quickborns geäußert. So sei eine Anbindung durch den Hasloher Ortskern „keine Option“.
Die Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Norderstedt. Hier wäre die Umsetzung des A7-Projekts am wahrscheinlichsten. Auf der anderen Seite geht es direkt nach Hasloh.
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Ob sich Quickborns Nachbargemeinde intensiver mit der Thematik befasst, würde man vom Standpunkt Norderstedts abhängig machen. Soll heißen: Nur wenn aus der 85.000-Einwohner-Stadt positive Signale zu einer A7-Anschlussstelle kommen, „können wir darüber nachdenken“, so Löhr.