Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Streit mit Selenskyj: „Ich drohte, Soldaten zu Hilfe zu holen“

Aktualisiert am 19.02.2026 – 07:26 UhrLesedauer: 14 Min.

General Walerij SaluschnyjVergrößern des Bildes

Der ehemalige ukrainische Ex-Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj: Er gilt als möglicher Herausforderer Selenslkyjs bei Wahlen (Archivbild) (Quelle: Uncredited/AP/dpa/dpa-bilder)

Die Slowakei erhält kein Öl mehr aus der Druschba-Pipeline. Der ukrainische Ex-Armeechef berichtet über Streit mit Selenskyj. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Eine Gruppe von US-Senatoren der Demokraten fordert bei einem Besuch in der Ukraine schärfere Sanktionen gegen Russland. Man hoffe auf stärkere Anstrengungen, um
Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin auszuüben, sagt Senatorin
Jeanne Shaheen. Länder wie China, Indien, Ungarn und Brasilien, die russisches Öl und Gas kauften, sollten sehr starke Anreize erhalten, dies zu beenden, sagt Senator Richard Blumenthal. Zudem solle die „Schattenflotte“ von Tankern, die russisches Öl transportieren, eingedämmt werden. Die Senatoren kündigen an, nach ihrer Rückkehr nach Washington auf entsprechende Gesetze zu drängen.

Die Ukraine verhängt wegen der Kriegshilfe für Russland Sanktionen gegen den
belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Man werde die Gegenmaßnahmen gegen jegliche Form der Unterstützung bei der Tötung von Ukrainern „erheblich verstärken“, sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er wirft Minsk vor, Russland bei den Drohnenangriffen auf die Ukraine zu helfen.

Belarus erlaube Russland, von seinem Staatsgebiet aus Drohnen zu steuern. Zudem sei dort die russische Hyperschallrakete Oreschnik stationiert. Die Maßnahme gilt als weitgehend symbolisch, da Lukaschenko bereits von den USA und der EU mit Sanktionen belegt ist. Eine Stellungnahme aus Minsk liegt zunächst nicht vor.

Der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Walerij Saluschnyj, hat erstmals Details über seinen Streit mit Präsident Wolodymyr Selenskyj gesprochen. Der Staatschef hatte Saluschnyj 2024 entlassen. Der heutige ukrainische Botschafter in London berichtete, dass es bereits 2022 zu einem Vorfall kam, den er als Bedrohung durch Selenskyj empfand. Der ukrainische Geheimdienst hätte das Gebäude durchsucht, in dem sich sein Büro befand – angeblich auf der Suche nach einem Stripclub. Der war allerdings schon lange geschlossen.

Er habe damals den Stabschef von Selenskyj angerufen und ihm gedroht, Soldaten zum Schutz zu rufen. „Ich werde mit ihnen kämpfen und habe bereits Verstärkung ins Zentrum von Kiew zur Unterstützung gerufen“, zitierte Saluschnyj gegenüber AP aus seinen Erinnerungen. Die Situation habe sich dann aber später beruhigt.

Er warf Selenskyj auch vor, seinen Plan einer Gegenoffensive abgelehnt zu haben, weil er die Ressourcen nicht bereitstellen wollte. Er habe damals mit Nato-Verbündeten ein Vorhaben besprochen, die Region Saporischschja zurückzuerobern und zur Asow-See vorzurücken, um russischen Nachschub auf die Krim abzuschneiden.