Nach dem 3D-Druck entscheidet die Nachbearbeitung oft über Maßhaltigkeit, Oberflächenrauheit und Serienfähigkeit. Genau an dieser Schnittstelle setzt Rösler UK an und hat im Customer Experience Centre (CEC) in Knowsley eine neue Cobot-Zelle installiert. Der kollaborative Roboter von Universal Robots übernimmt dort das Be- und Entladen unterschiedlicher Anlagen für Mass Finishing und Strahlen. Für Anwender aus der additiven Fertigung ist das vor allem deshalb relevant, weil sich gedruckte Polymer- und Metallteile häufig erst nach Entpulvern, Strahlen oder Gleitschleifen als Funktionsbauteil qualifizieren lassen.
Der Cobot arbeitet ohne klassische Schutzzäune neben Bedienern und führt Werkstücke in definierter Lage und Reihenfolge zu. Das stabilisiert die Prozessführung, reduziert Transportschäden und ermöglicht längere unbeaufsichtigte Laufzeiten, was sich in Kennzahlen wie Overall Equipment Effectiveness (OEE) niederschlägt. Technisch wird die Zelle durch ein Vision-System von Cambrian Robotics ergänzt. Damit kann der Greifer Teile im Behälter lokalisieren, identifizieren und ihre Orientierung bestimmen, auch wenn gemischte Losgrößen aus unterschiedlichen Materialien wie Aluminium und Stahl verarbeitet werden. Die Zelle muss die Teile damit nicht vorab vereinzelt oder sortiert vorfinden, was gerade bei unregelmäßigen AM-Geometrien und variierenden Stützstruktur- oder Strahlbildern die Handhabung vereinfacht.
„Viele unserer Kunden wissen, dass sie automatisieren müssen, sind sich aber unsicher, wo sie anfangen sollen“, sagt Dave Williams, Leiter des Customer Experience Centre (CEC) bei Rösler UK. „Indem wir im CEC jeden Tag einen Cobot laufen lassen (bei echter Lohnarbeit, nicht nur bei Vorführungen), können wir die Produktivitätsgewinne und Qualitätsverbesserungen sehr konkret zeigen und ihnen helfen, sich vorzustellen, was in ihren eigenen Werken möglich ist.“
Für Betriebe, die 3D-Druck in Richtung Kleinserie skalieren, zeigt die Installation vor allem eines: Automatisierung beginnt nicht zwingend am Drucker, sondern häufig dort, wo manuelle Nacharbeit Taktzeit und Reproduzierbarkeit begrenzt.
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