Schäden am Tatort-Filmset: Vermieter erhebt nach Dreh für neuen Stuttgart-„Tatort“ Vorwürfe gegen den SWR Links: Das SWR-Funkhaus, rechts: Dreharbeiten zum Stuttgart-Tatort „Lucys Geburtstag“ Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich/SWR/Benoît Linder

Eine Immobilienfirma wirft dem SWR vor, vertragliche Vereinbarungen gebrochen zu haben. Dieser hatte zuvor in einer ihrer Immobilien einen Tatort gedreht.

Ob die markante Beton-Villa aus dem Tatort oder das Hausboot aus Soko Stuttgart – auch Häuser spielen in Filmen und Serien eine Rolle. Die Gebäude gehören meist Immobilienfirmen oder Privatpersonen und werden von den Sendern für die Zeit der Dreharbeiten gemietet. Immer mal wieder geht dabei auch etwas kaputt.

So wohl auch bei einem Dreh zum nächsten Stuttgart-Tatort mit dem Titel „Lucys Geburtstag“, der beim SWR-Sommerfestival am 22. Mai und später dann im TV gezeigt werden soll. Bei dem Fall geht es unter anderem um einen Toten im Steinbruch und einen gestohlenen Wagen.

Die Karlsruher Immobilienfirma W4 veröffentlichte auf ihrer Webseite eine Pressemitteilung, in der sie dem SWR vorwirft, vertragliche Vereinbarungen gebrochen zu haben. In einer ihrer zum Verkauf stehenden Immobilien fanden Dreharbeiten zum neuen Stuttgart-Tatort statt.

Vermieter will keine weitere Zusammenarbeit mit dem SWR

Es seien eine hochwertige Holztreppe verkratzt, eine Toilette gesprungen sowie Wände und Tapeten beschädigt worden sein. Die Versicherung der Produktion würde jegliche Übernahme ablehnen, mit der Begründung, dass die Schäden bereits vor der Übergabe bestanden hätten, was laut W4 nicht mit dem dokumentierten Zustand des Objekts vor Drehbeginn übereinstimmt.

Die Immobilienfirma zeigt sich in der Pressemitteilung enttäuscht von der Erfahrung mit der Rundfunkanstalt. Eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem SWR – insbesondere im Rahmen von Filmproduktionen – sei „derzeit nicht vorstellbar“.

SWR: „Beschädigungen lassen sich nicht ganz vermeiden“

Was sagt der SWR zu der Sache? „Trotz sorgfältiger Vorbereitung und Durchführung von Dreharbeiten lassen sich dabei Beschädigungen nie ganz vermeiden“, teilt eine Sprecherin des SWR in Bezug auf die Pressemitteilung von W4 mit. In den meisten Fällen würde es gelingen, eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden. „Wie im vorliegenden Fall erkennbar wird, schaffen wir das jedoch nicht immer“, heißt es in dem Statement der SWR-Pressestelle weiter. Für Außenübertragungen und Anmietung externer Motive gebe es eine extra Haftpflichtversicherung, die im Falle von W4 allerdings eine Haftung abgelehnt habe.

Die Immobilienfirma hatte außerdem den Vorwurf erhoben, die Miete sei nicht bezahlt worden. Das sei nun aber nicht mehr Gegenstand des Streits, weil der SWR mittlerweile bezahlt habe, teilt Immobilienmakler Sven Weida von W4 auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Das gelte aber nicht für die entstandenen Renovierungs- und Reinigungskosten. Diese seien nach wie vor nicht vollständig übernommen worden.