Sechs Jahre nach der Tat

Hanau bis Frankfurt: Gedenken an Opfer des rassistischen Anschlags

19.02.2026 – 10:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Fünf Jahre nach dem Anschlag von HanauVergrößern des Bildes

An den beiden Tatorten des rassistischen Anschlags im Jahr 2020 in Hanau werden Kränze zum Gedenken an die Opfer niedergelegt. (Archivbild) (Quelle: Boris Roessler/dpa/dpa-bilder)

Die Initiative 19. Februar ruft bundesweit zu Mahnwachen auf. Auch in Frankfurt wird an einem besonderen Ort an die Opfer erinnert.

Hanau hat für den sechsten Jahrestag des rassistischen Anschlags ein stilles Gedenken an den beiden Tatorten vorbereitet. Vertreter der Stadt und des Landes Hessen wollen dort mit Kranzniederlegungen an die neun aus rassistischen Motiven getöteten Menschen erinnern. Bei diesem stillen Gedenken wird bewusst auf Reden verzichtet.

Weitere Kranzniederlegungen sollen an anderen Stellen in Hanau sowie an den Gräbern der Opfer in Offenbach, Dietzenbach und im Ausland erfolgen. Nach Angaben der Stadtverwaltung soll am späten Abend wie in den vergangenen Jahren an den beiden Tatorten am Heumarkt und am Kurt-Schumacher-Platz im Stadtteil Kesselstadt mit brennenden Kerzen der Opfer gedacht werden.

Am Abend ist in Hanau außerdem ein Trauermarsch des Jugendbündnisses Remember Hanau geplant. Am Samstag findet eine Kundgebung des Bündnisses auf dem Marktplatz statt. Dort soll an die Opfer erinnert werden.

Nach Angaben der Initiative 19. Februar, in der sich Angehörige und Freunde der Opfer sowie deren Unterstützer zusammengeschlossen haben, sind weitere Gedenkveranstaltungen und Mahnwachen in vielen deutschen Städten geplant. Dazu zählen Frankfurt, Wiesbaden, Kassel und Darmstadt. In Frankfurt wird am Graffito unter der Friedensbrücke gedacht.

Die Frankfurter Linken-Fraktionsvorsitzende Dominike Pauli sagte am Donnerstag: „Jedes Jahr werden bundesweit die Namen der neun Opfer von Hanau genannt. In diesem Jahr muss leider ein Name hinzugefügt werden, denn Ibrahim Akkuş, der am 19. Februar angeschossen wurde, ist kürzlich im Alter von 70 Jahren gestorben.“ Hanau habe somit ein weiteres Opfer zu beklagen.

In Hanau hatte am 19. Februar 2020 ein 43-jähriger Deutscher neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Er ermordete bei der Tat Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst.