Streit über TV-Ausstrahlungen
Politiker kritisiert WDR für Karnevalsprogramm scharf
19.02.2026 – 12:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Werner Pfeil (rechts) im Karnevalsdress: Von 2010 bis 2022 war er Präsident des Aachener Karnevalsvereins. (Quelle: Rudi Gigler)
Der ehemalige Aachener Karnevalspräsident richtet sich mit einer Kleinen Anfrage an die NRW-Landesregierung. Er wirft dem WDR vor, rheinische Karnevalstraditionen nicht ernstzunehmen.
Der FDP-Landtagsabgeordnete Werner Pfeil hat mit einer Kleinen Anfrage an die NRW-Landesregierung die Ausstrahlungspraxis des WDR bei Brauchtums- und Karnevalsveranstaltungen kritisiert. Pfeil, früher Präsident des Aachener Karnevalsvereins (AKV), bemängelt vor allem die späten Sendezeiten und die Auswahl der gezeigten Inhalte.
„Der WDR zeigt Karneval oft erst nach 22 Uhr – zu einer Zeit, in der das Zielpublikum kaum noch zuschaut“, erklärt Pfeil in der Kleinen Anfrage. Er verweist auf die Übertragung der Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst“ und der Stunksitzungen, die in der Vergangenheit Zuschauerrückgänge verzeichneten.
Besonders kritisiert Pfeil die Übertragung von Weiberfastnacht in Köln: „Viele Fans hatten fest mit Bildern vom Heumarkt gerechnet. Stattdessen wurden zunächst Bonn und dann Düsseldorf gezeigt.“ Für ihn verwässert diese Praxis die rheinische Karnevalstradition: „Es ist klar, dass Zusammenschnitte wie an Altweiberfastnacht die jeweilige städtische Kulturpflege stören.“
In seiner Anfrage an die Landesregierung hinterfragt Pfeil, welche Rolle Quotenerwartungen beim öffentlich-rechtlichen Kulturauftrag des WDR spielen und warum wichtige Brauchtumsveranstaltungen zu späten Uhrzeiten ausgestrahlt werden, wenn das Publikum nicht mehr aktiv zuschaut. Er will zudem wissen, warum der WDR Zusammenfassungen und Zusammenschnitte bevorzugt, obwohl diese die regionalen Traditionen nur unvollständig abbilden.
Außerdem erkundigt sich Pfeil nach der Bewertung der internen WDR-Politik, die Karneval zu guten Sendezeiten nicht als sichtbares „immaterielles Kulturgut“ präsentiert, und wie die Landesregierung künftig die Förderung der Brauchtumspflege in NRW im TV-Bereich sicherstellen will.
Pfeil betont: „Karneval ist ein lebendiges Kulturgut, das sichtbar und zugänglich sein muss.“ Zudem fordert er: „Der WDR darf Traditionen nicht durch späte Ausstrahlungen oder unvollständige Zusammenschnitte untergraben.“
