Ein koordiniertes Netz in Europa könnte die Energiewende günstiger machen: Eine Studie zeigt, dass bis 2050 bis zu 750 Milliarden Euro gespart werden könnten.
Der Umbau von Europas Stromnetzen entwickelt sich zum Flaschenhals der Energiewende. Der massive Ausbau von Wind- und Solarenergie, die Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Gebäuden sowie der Hochlauf von Wasserstoff treiben den Strombedarf nach oben – und legen Schwächen in der bestehenden Infrastruktur offen.
ANZEIGE560 Milliarden Euro Einsparpotenzial – wenn Europa gemeinsam plant
Die Fraunhofer-Studie modellierte das europäische Energiesystem von 2030 bis 2050. Das Ergebnis: Wenn die EU-Länder ihre Netzplanung koordinieren und Investitionen europaweit optimieren, könnten die Gesamtkosten des Energiesystems um mehr als 560 Milliarden Euro sinken.
Werden zusätzlich weniger Reservekraftwerke benötigt, steigt das Sparpotenzial auf rund 750 Milliarden Euro.
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Die Forscher verglichen vier Szenarien: die sektorübergreifende und die sektorale Planung sowie die europäische Optimierung und die nationale Planung. Das Ergebnis zeigt klar: Ein integriertes, europäisches Szenario würde unter anderem
- 505 Gigawatt weniger Reservekapazität,
- 15 Prozent weniger Onshore-Windleistung,
- 9 Prozent weniger Wasserstoffelektrolyseleistung
benötigen.
Der Effekt entsteht nicht durch niedrigere Klimaziele, sondern durch schlauere Systemarchitektur: weniger Doppelstrukturen, bessere Auslastung, geringerer Bedarf an Überkapazitäten.
ANZEIGEDenkfabrik fordert: Keine Insellösungen
Auch die Analyse der Denkfabrik Bruegel unterstreicht: Europa muss weg von national isolierten Projekten. Nur gemeinsame Planung und Finanzierung sichern effiziente Investitionen, vermeiden Doppelarbeit und senken Kosten.
Die Denkfabrik empfiehlt unter anderem:
- leistungsbasierte Anreizsysteme für effiziente Netzinvestitionen,
- gezielte EU-Förderfonds für grenzüberschreitende Projekte,
- Mechanismen, um steigende Netzkosten für Verbraucher abzufedern.
Für die Experten steht fest: Es geht nicht nur ums Geld. Koordinierte Planung, Reformen der Regulierung und gezielte Finanzierung sind entscheidend, um Netze schneller, kostengünstiger und resilient zu machen.
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Frauke Thies, Co-Direktorin Europa bei Agora Energiewende betont: „Gut koordinierte Planung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Investitionen dort fließen, wo sie den Einsatz sauberer Technologien wie Solar- und Windenergie und Batterien am besten unterstützen – und damit sichere und bezahlbare Energie liefern.“
Mit dieser Netzreform könnte Europa nicht nur bis zu 750 Milliarden Euro sparen, sondern auch schneller eine robuste, klimaneutrale Energieinfrastruktur aufbauen.