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Innsbruck (Österreich) – Gemeinsam mit seiner Freundin Kerstin G. brach Thomas P. (37) zu einer Tour auf den Großglockner (3798 Meter) auf. Doch als ihre Kräfte sie verließen und sie nicht mehr weiter konnte, ließ der Österreicher sie einfach zurück – so der Vorwurf. Dort erfror die 33-Jährige. Wie jetzt im Prozess bekannt wurde, war es nicht das erste Mal, dass Thomas P. eine Partnerin ihrem Schicksal überlassen haben soll.
Dramatische Gipfel-Tragödie: Pulsuhr könnte Thomas P. überführen
Quelle: BILD19.02.2026
Beim Prozess in Innsbruck wurde am Mittag der Bruder des Angeklagten befragt. Dabei wurde auch ein Brief verlesen, den dieser von der Ex-Freundin von Thomas P. erhalten haben soll. Darin schreibt sie, Thomas P. habe „sie in einer Notlage zurückgelassen“. Der Richter fragte: „Wussten Sie, dass Ihr Bruder einen heftigen Streit mit seiner Ex-Freundin hatte, als er mit ihr ebenfalls am Glockner unterwegs war im Winter?“
Ex-Freundin erhebt schwere Vorwürfe
Laut dem Brief habe sich die Frau damals über die Schwierigkeit der Tour beklagt. Mitten in der Nacht soll der erfahrene Kletterer sie allein am Berg zurückgelassen haben. Auf die Frage des Richters, ob er sich vorstellen könne, dass sein Bruder so etwas tue, antwortete der Zeuge: „Ich habe ihn nie in solchen Situationen erlebt.“ Das Unglück um die erfrorene Österreicherin geschah in der Beziehung danach – am 18. Januar 2025. Gegen 6.45 Uhr starteten Thomas P. und Kerstin G. ihre Tour. Kerstin G. kehrte nicht mehr zurück.

Kerstin G. (✝ 33) bei einer Bergtour
Foto: privat
Staatsanwaltschaft wirft Thomas P. schwere Fehler vor
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die mangelnde Erfahrung seiner Freundin nicht berücksichtigt und nicht für die erforderliche Ausrüstung gesorgt zu haben. Außerdem habe er nicht rechtzeitig am letzten möglichen Umkehrpunkt kehrtgemacht, obwohl starker Wind mit bis zu 74 km/h die gefühlte Temperatur auf minus 20 Grad gedrückt habe.
Thomas P. weist die Vorwürfe zurück. Über Kerstin G. sagte er, sie sei „sehr konditionsstark“ gewesen. Wie genau es zu dem Todesdrama am Großglockner kam, soll nun das Gericht klären. Der Prozess dauert an.