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Anfang des Jahre hätten drei Stände auf dem Wochenmarkt an der Bockenheimer Warte aufgehört. Sid SPD im Ortsbeirat findet das besorgniserregend
Die Bockenheimer Warte mit Wochenmarkt. © Rolf Oeser

SPD im Ortsbeirat berichtet, dass sich Marktstände an der Bockenheimer Warte immer weniger rentierten. Der Erhalt des Marktes sei jedoch nicht gefährdet, sagt die Stadt.

Die SPD im Ortsbeirat 2 sorgt sich um die Zukunft des Wochenmarkts an der Bockenheimer Warte. Sie fordert in einem Antrag, dass das Angebot gestärkt und in einem lebendigen Kulturcampus-Konzept weiterentwickelt wird. Über die Vorlage berät das Gremium in seiner Sitzung am Montag, 23. Februar. Die städtische Managementgesellschaft für Hafen und Markt (HFM), die die Märkte organisiert, kann die Sorgen indes nicht nachvollziehen.  

Kooperation mit Kultureinrichtungen

Antragsteller Martin Völker hat mit mehreren Beschickern gesprochen. Diese hätten berichtet, dass sich der Betrieb eines Standes immer weniger rentiere, da die Umsätze sänken und Personal schwerer zu finden sei. „Besorgniserregend“ sei, dass drei Stände den Markt zum Jahreswechsel verlassen hätten: eine Metzgerei, ein Gemüsestand und ein Bäcker. „Ihr Weggang ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern vor allem ein kultureller und sozialer Verlust für Bockenheim“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Der Magistrat soll deshalb prüfen und berichten, wie er die Situation und Perspektive des Wochenmarktes einschätzt. Wichtig sei vorrangig die Frage, ob neue Stände die entstehende Angebotslücke füllen werden. Zudem will die SPD, dass die Stadt ein zukunftsfähiges Konzept vorlegt. Die Fraktion regt etwa an, dass der Wochenmarkt als Teil des Kulturcampus mitgedacht wird. So müsse etwa berücksichtigt werden, was mit den Ständen während einer etwaigen Bau- und Umbauphase am alten Campus geschehe. Auch könnte die Infrastruktur während der Arbeiten verbessert werden, etwa was Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen betreffe.

Notwendig ist für die SPD, durch gezielte Werbung neue Kundschaft aus den benachbarten Stadtteilen für den Wochenmarkt zu erschließen. Denkbar wäre zudem eine Kooperation mit der Schirn sowie anderen Kultureinrichtungen am Bockenheimer Campus, wodurch Synergien geschaffen werden könnten.

Völker regt an, dass die Stadt potenzielle Händlerinnen und Händler anspricht und den Einstieg neuer Beschicke „durch Anreize“ erleichtert. Die Standgebühren der Frankfurter Wochenmärkte sollten so gestaltet werden, dass sie sich an der tatsächlichen wirtschaftlichen Situation vor Ort orientierten – „anstatt diese lediglich pauschal nach Quadratmeter und Stadtlage zu erheben“.

Das Konzept sollte mit allen Beteiligten erarbeitet werden, um gemeinsam Ideen einzubringen und tragfähige Lösungen zu entwickeln, sagt Völker. Nur so könne der Wochenmarkt am selben Ort als gewachsener Stadtteiltreffpunkt erhalten und gestärkt werden. Michael Lorenz von der Managementgesellschaft für Hafen und Markt (HFM) kann die Sorge um den Bockenheimer Wochenmarkt nicht nachvollziehen. Dieser sei mit rund 25 Ständen einer der größten der Stadt und „durchaus frequenzstark“. Derzeit seien alle Sortimente vertreten. Bislang läge der HFM keine „Fülle an Kündigungen“ vor. Er habe „keine Sorge, dass der Markt wegstirbt“.

Es gäbe keinen Grund zur Sorge

Auch sei ein Wechsel der Beschicker nicht ungewöhnlich, so Lorenz. Werde ein Stand frei, versuche die HFM meist, die Lücke mit einem vergleichbaren Angebot oder ähnlichem Konzept zu schließen. „Wir haben eine Beschickerliste, die das zulässt.“ Dass es zum Jahreswechsel auf Wochenmärkten mitunter weniger voll sei, liege oft an der Witterung, und daran, dass viele im Urlaub seien. Gegen eine Einbindung in den geplanten Kulturcampus spricht laut Lorenz nichts. Früher sei der Wochenmarkt bereits durch den Uni-Campus stärker besucht gewesen.

Der Ortsbeirat 2 tagt am Montag, 23. Februar, 19 Uhr, in der Seniorenresidenz Doreafamilie in der Leonardo-da-Vinci-Allee 29. Vertreterinnen und Vertreter des Straßenverkehrsamts sind zu Gast, um die Planung für eine sichere Querung des Übergangs Alter Rebstockpark/Neuer Rebstockpark vorzustellen.