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Zwischen Eisernem Steg und Alter Brücke wird der Untergrund erkundet. Die Sperrung dauert bis Anfang April.

Frankfurt – Am südlichen Mainufer rücken die Bohrgeräte an. Seit Juni 2025 lässt die Deutsche Bahn (DB InfraGO) im Frankfurter Stadtgebiet den Untergrund für den geplanten Fernbahntunnel untersuchen. Nun erreichen die Erkundungen des Baugrunds einen neuralgischen Abschnitt zwischen Eisernem Steg und Alter Brücke. Von Dienstag, 24. Februar, bis Montag, 2. April, ist dieser Teil des Mainufers deshalb gesperrt. Fußgänger und Radfahrer müssen in dieser Zeit auf den Schaumainkai beziehungsweise das Sachsenhäuser Ufer ausweichen.

Der Fernbahntunnel

Mindestens 3,6 Milliarden Euro teuer wird der Bau des Fernbahntunnels unter Frankfurt. Den soll die Deutsche Bahn bis Anfang der Vierzigerjahre realisieren.

In Auftrag gegeben hat die Planung der Bundestag. Der Frankfurter Hauptbahnhof ist überlastet, zugleich aber das zentrale Drehkreuz für den Fernverkehr von ICE und Intercity.

Ein Drittel aller Fernzüge Deutschlands verkehrt via Hauptbahnhof Frankfurt. Weil dort die Kapazität fehlt, ist der Bahnhof für einen Großteil der Verspätungen im ICE-Netz verantwortlich. Der Fernbahntunnel soll die Kapazität um wenigstens 20 Prozent erhöhen: von heute 1200 auf 1700 Züge am Tag.

Der Fernbahntunnel soll in rund 30 Metern unter der Stadt und unter dem Main entlangführen, vom Gleisfeld westlich des Hauptbahnhofs bis östlich des Ostbahnhofs und an den Kaiserlei. Durch die direkte Fahrt wäre jeder der schon heute bis zu 400 Fernzüge am Tag acht bis zehn Minuten schneller.

Hinter der Sperrung steht ein ambitioniertes Programm. Bis Ende des Jahres sind insgesamt 150 Erkundungsbohrungen entlang der möglichen Trassenvarianten vorgesehen, einzelne davon bis in 135 Meter Tiefe. Spezialfirmen entnehmen dabei Bohrkerne, messen Grundwasserstände und analysieren die Beschaffenheit der Schichten. Die Daten dienen als Grundlage für Statik, Bauverfahren und letztlich für die Entscheidung, welche Tunnel- und Stationsvariante realisiert wird.

Bei den Bohrungen stehen verschiedene Arbeiten und Versuche im Vordergrund: Druckversuche für die Festigkeit, Verschleißwerte für die Beanspruchung der Tunnelbohrmaschine, chemische Analysen zur späteren Bodenverwertung. „Wir hatten damit gerechnet, dass wir einen gleichmäßigen Verlauf von Kalkstein unter der Stadt haben.“ Doch das Gegenteil deutet sich an, erklärte ein Sprecher der Bahn bei den ersten Bohrungen 2025 am Hauptbahnhof: „Wir rechnen damit, dass der Kalk an gewisser Stelle sprungartig abnimmt.“ Genau solche Sprünge entscheiden darüber, ob die unterirdische Station näher am Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs liegen kann – oder besser tiefer, genauer gesagt weiter westlich. Die nun anstehenden Bohrungen am Main werden auch genauere Auskunft darüber geben.

Blick vom vom Eisernen Steg auf das südliche Mainufer. Die Deutsche Bahn wird hier Probebohrungen vornehmen, um den Untergrund zu untersuchen.Blick vom vom Eisernen Steg auf das südliche Mainufer. Die Deutsche Bahn wird hier Probebohrungen vornehmen, um den Untergrund zu untersuchen. © Enrico Sauda

Aus Sicherheitsgründen wird der Uferweg während der Bohrungen gesperrt. Die Bahn kündigt zudem eine umfassende Beschilderung an, damit Betroffene frühzeitig auf alternative Routen ausweichen können. Sollte die Erkundung früher abgeschlossen sein, soll der Weg auch vorzeitig, also vor dem 2. April, wieder freigegeben werden.

Auswertung bis Herbst 2026

Technisch folgen die Bohrungen je nach Untergrund unterschiedlichen Verfahren: In weichen Lagen kommt die Rammkernbohrung zum Einsatz, in festeren Schichten die Kernbohrung im Rotationsverfahren. In größerer Tiefe setzt das Bohrteam auf ein Seilkernverfahren mit Spülung. „Jeder Kernmeter wird vermessen, fotografiert und im Labor geprüft“, erklärt ein Projektverantwortlicher.

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Die Ergebnisse sollen bis Herbst 2026 ausgewertet sein. Dann möchte die Bahn festlegen, welche der verbliebenen Varianten sie weiterverfolgen wird. Für Anwohner, Pendler und Touristen bedeutet das im Verlauf des Jahres noch weitere Einschränkungen, wenn an zusätzlichen Standorten bis weit in den Westen und Osten der Stadt zusätzliche Bohrungen stattfinden werden.