Sieben Monate vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus (AGH) und zu den Bezirksverordnetenversammlungen werden die Vorbereitungen für die Abstimmungen konkreter. Landeswahlleiter Stephan Bröchler rechnet für den 20. September 2026 mit einer Rekordzahl von Wahlberechtigten. Für die AGH-Wahl werden voraussichtlich rund 2,5 Millionen Berlinerinnen und Berliner wahlberechtigt sein – rund 70.000 mehr als bei der Wiederholungswahl 2023. Hauptgrund dafür: Die Altersgrenze wurde von 18 auf 16 gesenkt.

Bei den Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen gilt diese Altersgrenze bereits seit 2006, außerdem dürfen bei den Bezirkswahlen auch EU-Ausländer ihre Stimme abgeben. Die Anzahl der Wahlberechtigten liegt daher voraussichtlich bei rund 2,75 Millionen.

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Bröchler zeigte sich am Donnerstag zuversichtlich, dass man die richtigen Lehren aus der „defekten Wahl“ von 2021 gezogen habe. Mittlerweile hat Berlin ein Landeswahlamt und zwölf ständige Bezirkswahlämter, die sich hauptamtlich um die Wahlvorbereitung kümmern.

Rund 2500 Urnenwahllokale mit vier bis sechs Wahlkabinen sollen am 20. September für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Das seien rund zehn Prozent mehr als bei der Wiederholungswahl. Auch die Zahl der Wahlhelferinnen und Wahlhelfer soll noch mal gesteigert werden: von 35.000 auf 40.000. Die Erhöhung ergebe sich daraus, dass am Wahltag auch möglicherweise über zwei Volksentscheide – „Berlin autofrei“ und „Berlin werbefrei“ – abgestimmt werden müsse, sagte Bröchler. Das Erfrischungsgeld für Wahlhelfer liegt wie bei der Bundestagswahl zwischen 80 und 120 Euro.

Berlin-Wahl: Neuerungen auf dem Stimmzettel

Eine wesentliche Veränderung betrifft den Stimmzettel zur AGH-Wahl. Statt wie bisher je einen Stimmzettel für die Erst- und Zweitstimme, wird es nur noch einen Stimmzettel geben, auf dem sowohl das Kreuz für die Direktkandidatin beziehungsweise den Direktkandidaten als auch für die Partei gemacht werden kann. Das trage zu einer Vereinheitlichung bei, da bei Bundestagswahlen bereits so verfahren wird, erklärte der Landeswahlleiter.

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„Ich wünsche mir einen argumentationsstarken und friedlichen Wahlkampf in Berlin“, sagte Bröchler. Zudem hoffe er auf eine hohe Wahlbeteiligung. Gleichzeitig warnte er vor möglicher Einflussnahme von außen. Fake News über die Wahl wolle man schnell und entschlossen entgegenwirken. Nach der Wahl wünscht sich Bröchler ein Projekt zur Digitalisierung von Wahlen. Das betreffe sowohl die internen Abläufe als auch die Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Stimmenabgabe.