Einfluss in Afrika
Putin setzt auf ungewöhnliche Mittel
Aktualisiert am 19.02.2026 – 20:17 UhrLesedauer: 4 Min.
Wladimir Putin (Archivbild): Der russische Staatschef geht in Afrika neue Wege. (Quelle: Sergei Savostyanov via www.imago-images.de/imago)
Russland sucht neue Einflusssphären – auch in Afrika. Dabei setzt Wladimir Putin auch auf ungewöhnliche Mittel: die orthodoxe Kirche.
Nun warnen Sicherheitsexperten vor Anstrengungen von Staatschef Wladimir Putin, die russische Interessenssphäre in Afrika auszubauen: „Russland versucht, seine Einflusspolitik in allen afrikanischen Ländern auszubauen. Sie wollen das Bild eines großen Landes vermitteln, das allen Afrikanern freundlich gesinnt ist“, zitierte das Portal Bloomberg Thierry Vircoulon, Koordinator der Beobachtungsstelle für Zentral- und Südafrika am Französischen Institut für Internationale Beziehungen (IFRI).
Russland hat seit Beginn der Invasion in der Ukraine vor vier Jahren seine Anstrengungen in Afrika erhöht. In einer Studie für die Zeitschrift „Innere Führung“ der Bundeswehr hieß es schon 2023: „Für den afrikanischen Kontinent ergab sich ein Gesamtbild, demzufolge fast die Hälfte (26) der 54 UN-Mitgliedsstaaten Afrikas die russische Aggression nicht eindeutig verurteilten“.
Auch die deutsche Außenpolitik auf dem Kontinent wird demnach von Putins neuen außenpolitischen Anstrengungen auf dem Kontinent berührt. „Darunter waren Staaten wie Togo, Äthiopien und Marokko, mit denen Deutschland in Form von Reformpartnerschaften kooperiert, oder Namibia, das Land, das auf Grund der historischen Verbindung bislang in den Genuss der höchsten Pro-Kopf-Zuwendungen an deutscher Entwicklungshilfe weltweit gekommen ist“, heißt es in der sicherheitspolitischen Studie der Bundeswehr weiter.
Um seine Beziehungen zu vertiefen, setzt Russland in Afrika auf verschiedene Methoden.
Um seinen Einfluss auszubauen, setzt Russland in Afrika auch auf einen neuen Faktor: Religion. Zwar missioniert die russisch-orthodoxe Kirche seit 1885 auf dem Kontinent. Doch werden die Anstrengungen seit 2021 intensiviert, unter anderem lockt die russisch-orthodoxe Kirche mit besseren Gehältern, dem Versprechen von Kirchenneubauten und guten Aufstiegschancen.
Den stärksten Zuwachs erlebt die russisch-orthodoxe Kirche demnach in Kenia. Von dort, wo Putins Armee jetzt einen rasanten Zuwachs vermeldet. Kenias Vize-Außenminister Abraham Korir Sing’Oei sprach von einem „gezielten Programm, das darauf abzielt, Menschen afrikanischer Abstammung, darunter Kenianer, illegal zu rekrutieren und sie zu Kämpfern in einer Welt zu machen, in die sie nicht gehören“.
