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Ein viraler Aufruf auf Instagram sorgte in München für eine spontane Massen-Schneeballschlacht. Rund 300 Menschen warfen sich vor der Alten Pinakothek mit Schneebällen ab – allerdings ohne Genehmigung.
München – Rund 300 Teilnehmer, fast 25 000 Likes und viel Schnee: Ein Instagram-Aufruf hat in München zu einer spektakulären Massen-Schneeballschlacht geführt. Das Gelände vor der Alten Pinakothek wurde dabei kurzerhand zur winterlichen Arena.
Massen-Schneeballschlacht in München: Instagram-Aufruf geht viral
Ein Nutzer hatte nach den starken Schneefällen in der bayerischen Landeshauptstadt über die sozialen Netzwerke zur – so sein Versprechen – „größten Schneeballschlacht Deutschlands“ aufgerufen. „Ich weiß nicht, ob ich der Einzige bin, der diese Idee cool findet“, erklärte er in seinem Instagram-Post. Bedingung: Mindestens 1000 Likes sollten zusammenkommen. Am Ende klickten knapp 25.000 Menschen auf den Gefällt-mir-Button.
Personen nehmen an einer Schneeballschlacht vor der Alten Pinakothek in München teil. © Theo Miess/dpa
Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten. Augenzeugen zufolge kamen mindestens 300 Personen zusammen. Über eine halbe Stunde lang flogen die weißen Geschosse durch die Luft – direkt vor dem berühmten Kunstmuseum im Herzen Münchens.
Alte Pinakothek nimmt es mit Humor
Die Museumsverwaltung reagierte gelassen auf das bunte Treiben vor ihrer Haustür. Die Aktion sei glimpflich verlaufen und die Stimmung durchweg fröhlich gewesen, erklärte Tine Nehler, Sprecherin der Pinakotheken. „Wir haben darauf geachtet, dass Besucherinnen und Besucher beim Verlassen der Pinakothek nicht von Schneebällen getroffen werden. Ansonsten fanden wir es lustig.“ Nehler setzte noch einen charmanten Verweis obendrauf: Neben der vielleicht größten Schneeballschlacht des Landes beherberge die Alte Pinakothek im Inneren immerhin auch die umfangreichste Rubens-Sammlung Deutschlands.
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Allerdings hatte der Initiator die Aktion nicht bei den zuständigen Behörden angemeldet. Laut dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) ist für öffentliche Veranstaltungen dieser Art grundsätzlich eine Genehmigung erforderlich. „Um die Sicherheit der Teilnehmenden zu gewährleisten, ist für öffentliche Veranstaltungen grundsätzlich eine Genehmigung notwendig. Eine solche hat der Veranstalter nicht beantragt“, so die Behörde. Dem Organisator sei geraten worden, seinen Aufruf zurückzuziehen.
Drohen dem Organisator rechtliche Konsequenzen?
Auf Instagram räumte der Initiator ein, dass ihm das „in dem Ausmaß“ nicht klar gewesen sei. Gleichzeitig appellierte er an die Teilnehmenden, auf Eisbrocken und Steine in Schneebällen zu verzichten und nicht auf Köpfe zu zielen.
Vom KVR hieß es allgemein, dass Veranstalter bei nicht genehmigten Events für etwaige Schäden haften. Außerdem könnten Kosten für den Einsatz von Polizei und Rettungskräften auf sie zukommen. Zudem sei ein Ordnungswidrigkeitenverfahren möglich, wenn eine Veranstaltung ohne Erlaubnis stattfinde. Ob der Schneeball-Spaß an der Alten Pinakothek tatsächlich ein juristisches Nachspiel haben wird, war zunächst noch unklar. (Quelle: dpa, Instagram)